Wie groß ist die Freude über eine Schlagzeile wie: “Elke Schiebl-van Veen wurde beim Gmunden Triathlon 194”

Der Anlass untenstehender Email war der Bericht einer lokalen Zeitung über mich: „Elke Schiebl-van Veen wurde beim Gmunden Triathlon 194.“

Nun der Inhalt der Email: Ich habe einige Tage geschlafen, um mir klar zu werden darüber, ob ich auf den letzten Mini-Artikel über den Triathlonsport in eurer Zeitung eingehe. Heute war ich bereit dafür.
Über eure Mininotiz freute ich mich nicht. Über die wenig signifikante Darstellung meiner Performance in der letzten Ausgabe möchte ich kurz anreißen, dass

  1. darin fehlt, dass es das das erste Event seit der Covid19 Pandemie darstellte (es ging um den Gmunden Triathlon).
  2. Es sind Platzierungen des Gesamtklassements zwar notwendig, aber nicht wirklich aussagekräftig über die individuelle Leistung. Es war zwar einer der M30 der schnellste des Teams, aber das war in der AK1 männlich, ich war AK3 weiblich. Um dies transparent zu machen, bedient man sich der Altersklassen, außerdem gibt es einen altersbereinigenden Rechner.
  3. finde ich zwar okay, dass du 194. Platz bei mir schreibst, aber signifikant wäre  gewesen 222 Starter zu erwähnen, also
    I.) ich war drittälteste, somit waren 28 noch hinter mir,
    II.) ich wurde 33 von 50 Frauen (solche Infos werde ich für euch in Zukunft beifügen).
    III.) Immerhin machten 171 Männer mit, ich war auch schneller als einige Männer (Um dies sichtbar zu machen, gibt es ja Männer-Frauen-Trennung außer im Gesamtklassement).
    IV.) ich gewann immerhin meine AK (1.von 3 Teilnehmerinnen) und das spiegelt das 194. nicht wider.
    Summa summarum ist Triathlon ein Männersport.
    https://www.greif.de/laufzeiten-im-alter-berechnen.html
    V.) Kennst du den? Ich habe die Ergebnisse in einen altersbereinigenden Rechner geworfen (mit geschlechterspezifischer Trennung). Ab 40 Jahren nimmt die Leistungsfähigkeit pro Jahr um ein Prozent ab.

Der altersbedingte Rückgang der Laufleistung im Ausdauertraining ist gut dokumentiert. Die meisten Studien, in denen Agegrouper untersucht wurden, eruierten abfallende Laufleistungen auf den Strecken bis zum Marathon, aber nur wenige Studien haben den altersbedingten Leistungsabfall anderer Disziplinen wie Schwimmen und Radfahren untersucht. In meinem Blog möchte ich erstens den Wahrheitsgehalt solcher altersbereinigten Rechner ins rechte Licht rücken (man lernt nie aus!) und zweitens die Analyse der altersbedingten Rückgänge bei Schwimm-, Rad- und Laufleistungen für die Olympische Distanz anhand eines wissenschaftlichen Artikels aus dem Internet besprechen. Dieser Artikel stellt dann auch noch einen Vergleich der altersbedingten Veränderungen zwischen Olympischer Distanz und Ironman Triathlons an, den ich beschreiben will. Außerdem ist mein Blog heute keinen Frauen gewidmet, denn die Studie besagt zwar, dass es interessant ist, zu überprüfen, ob ähnliche Ergebnisse für weibliche Triathleten erzielt werden. Doch gleichzeitig bedauern ihre Autoren, dass für den Ironman-Triathlon die Daten für Triathletinnen, älter als 65 Jahre, begrenzt sind. Darüber hinaus legen unveröffentlichte Daten aus dem Labor nahe, dass ähnliche Ergebnisse bei weiblichen wie bei männlichen Triathleten beobachtet wurden. Der Triathlonsport mit den aufeinanderfolgenden Schwimm-, Rad- und Laufsplits eignet sich, um die altersbedingten Veränderungen der Ausdauerleistung in den verschiedenen Disziplinen zu untersuchen. Der offizielle Wettkampf im Triathlon reicht von kurzen Strecken mit der Bezeichnung „Olympischer Triathlon“ (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) bis zu langen Strecken mit der Bezeichnung „Ironman Triathlon“ (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen). Daher bestand der Zweck dieser Studie darin, 1) festzustellen, ob die Fahrradleistung mit zunehmendem Alter im Vergleich zum Laufen und Schwimmen für den Ironman-Triathlon und den Olympischen Triathlon, weniger stark abnimmt, und 2) die altersbedingte Veränderung bei den Schwimm-, Rad- und Laufleistungen zwischen den olympischen und Ironman-Distanz-Triathlons zu vergleichen. Die Schwimm-, Rad-, Lauf- und Gesamtzeitleistungen der 10 besten Männer zwischen 20 und 70 Jahren (in Intervallen von 5 Jahren, keine Elite!) wurden von zwei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften (2006 und 2007) für die Olympische Distanz analysiert. Es gab einen geringeren altersbedingten Rückgang der Fahrradleistung (p <0,01) im Vergleich zum Laufen und Schwimmen bei Athleten (älter als 55 Jahren) für die Olympische Distanz und bei Athleten (älter als 50 Jahren) für die Ironman Distanz. Mit zunehmendem Alter war der Leistungsabfall bei der Olympischen Distanz weniger ausgeprägt (p <0,01) als beim Ironman-Triathlon beim Radfahren (> 55 Jahre) bzw. Laufen (> 50 Jahre). Im Gegensatz dazu schien ein altersbedingter Rückgang der Schwimmleistung unabhängig von der Triathlondistanz zu sein. Der altersbedingte Rückgang der Triathlonleistung ist disziplinenspezifisch, wobei das Radfahren mit zunehmendem Alter weniger Leistungseinbußen aufweist als das Schwimmen und Laufen. Das Ausmaß des Rückgangs der Rad- und Laufleistung auf der Ironman-Distanz ist größer als auf der olympischen Distanz, was darauf hindeutet, dass die Dauer des Bewerbs einen wichtigen Einfluss auf das Ausmaß der altersbedingten Veränderungen der Triathlon-Leistung hat. Im Allgemeinen bleibt die maximale Ausdauerleistung bis zum Alter von ~ 35 Jahren erhalten, gefolgt von einem leichten Rückgang bis zum Alter von 50 bis 60 Jahren und einem progressiv steileren Rückgang danach. Die Autoren schlugen beispielsweise vor, dass die Abnahmeraten der Schwimmleistung mit dem Alter bei Ereignissen von langer Dauer (1 500 m) größer waren als bei Ereignissen von kurzer Dauer (50 m), da die anaerobe Muskelkraft mit dem Alter wenig abnimmt im Vergleich zur kardiovaskulären Ausdauer. Analog zur Schwimmleistung haben nur wenige Studien den altersbedingten Rückgang der Radleistung untersucht. Die Autoren eruierten beispielsweise den altersbedingten Rückgang der Radleistung bei einem 16 km langen Indoor-Zeitfahren. Aufgrund der geringeren Eigengewichtslast auf dem Rad ist der altersbedingte Rückgang im Vergleich zum Laufen geringer. Die Autoren des Artikels konnten zeigen, dass beim Olympischen Triathlon die Leistungszeiten in den drei Disziplinen mit zunehmendem Alter langsamer wurden, wobei das Muster des Rückgangs disziplinenspezifisch war. Das Radfahren zeigte zum Beispiel den geringsten altersbedingten Rückgang im Vergleich zum Laufen und Schwimmen. Diese Beobachtung legt nahe, dass die physiologische Funktionsfähigkeit und Leistung gegenüber dem biologischen Alter im Radsport resistenter zu sein scheint als die beiden anderen Disziplinen. Während eines längeren Event sind die altersbedingten Unterschiede zwischen Radfahren, Laufen und Schwimmen möglicherweise sogar noch größer, da die physiologischen und mechanischen Belastungen, die beim Ironman-Triathlon auftreten, viel größer sind als beim Triathlon über die Olympische Distanz. Sowohl für die Olympische Distanz als auch die Ironman-Distanz gab es eine Wechselwirkung zwischen Alter und Fortbewegungsart (p <0,001). Das Leistungsverhältnis beim Radfahren bei der Olympischen Distanz blieb signifikant (p <0,01) höher als beim Schwimmen ab der Altersgruppe 40, und ab der Altersgruppe 45 blieb das Leistungsverhältnis beim Radfahren signifikant (p <0,01) höher als beim Laufen. Für die Ironman-Distanz unterschied sich das Leistungsverhältnis signifikant (p <0,01) von der vorherigen Altersgruppe, von der Altersgruppe 45 zum Schwimmen und Laufen und von der Altersgruppe 50 zum Radfahren. Das Leistungsverhältnis beim Radfahren blieb signifikant (p <0,01) höher als beim Schwimmen ab Altersgruppe 45 (mit Ausnahme der Altersgruppe 70), und ab dem Alter der Gruppe 50 blieb das Leistungsverhältnis beim Radfahren signifikant (p <0,01) höher als beim Laufen. Es gab also eine Wechselwirkung (p <0,001) zwischen Alter und Entfernung für das Radfahren, das Laufen und für die Endzeiten, jedoch nicht für die Schwimmzeiten. Altersbedingte Leistungsabfälle waren bei der Olympischen Distanz weniger ausgeprägt (p <0,01) als bei der Ironman-Distanz für das Radfahren, das  Laufen und die Endzeiten ab den Altersgruppen 55, 50 bzw. 55. Die wichtigsten Ergebnisse der vorliegenden Studie waren also ein Agegroup-korrelierender geringerer Rückgang der Fahrradleistung im Vergleich zur Lauf- und Schwimmleistungen sowohl auf der Olympischen als auch auf der Ironman-Distanz und ein geringerer Einfluss des Alters auf die Rad- und Laufleistung auf der Olympischen Distanz und ein höherer Alterseinfluss auf der Ironman-Distanz-Triathlon. Aber es zeigte sich ein ziemlich identer altersbedingter Rückgang der Schwimmleistung. Wetterbedingte Gründe (die heißeren Bedingungen auf Hawaii für den Ironman-Triathlon als bei der Olympischen Distanz) wurden als Einfluss auf die Leistung angegeben. Die Studie konzentriert sich auf die Frage, ob die Fahrradleistung besser erhalten bleibt und die Lauf- und Schwimmleistung mit zunehmendem Alter stärker abnimmt.

Beim Laufen wird der Rückgang der Trainingsleistung mit dem Alter teilweise auf eine erhöhte Anfälligkeit für orthopädische Verletzungen zurückgeführt, die das Lauftrainingsvolumen vieler älterer Sportler einschränkt. Es ist möglich, dass die Fahrradleistung durch diesen Faktor in viel geringerem Maße beeinflusst würde. Mit zunehmendem Alter würden Triathleten aufgrund von Änderungen der physischen Faktoren (z. B. erhöhtes Verletzungsrisiko) tendenziell mehr Trainingszeit für das Radfahren als für das Laufen aufwenden. Leider war eine Veränderung des Trainingsvolumens in den drei Disziplinen mit dem Alter in der vorliegenden Studie nicht bekannt. Sowohl beim Olympischen als auch bei Ironman-Triathlons sinken die Schwimm- und Laufleistungen bis 65 bis 70 Jahre auf ähnliche Weise. Dieses Studienergebnis unterscheidet sich von denen anderer Autoren, die mit zunehmendem Alter eine kleinere Verringerung der Schwimmleistung als bei Laufleistungen feststellten konnten. Die Autoren schlugen vor, dass als Erklärung für diesen disziplinenspezifischen Unterschied die biomechanischen Einwirkung beim Laufen (und weniger beim Schwimmen und eine höhere Prävalenz orthopädischer Verletzungen beim Laufen mit zunehmendem Alter) wirksam würde, was das Trainingsvolumen beim Laufen im Vergleich zum Schwimmen begrenzen würde. Die Unterschiede der Daten könnten auf unterschiedliche Wasserbedingungen zurückzuführen sein: Schwimmbad versus offenes Meerwasser mit Wellengang für den Triathlon bzw. Einzelstart bzw. Massenstarts.

Für alle Anglophilen gebe ich noch Einblick in die Schlussfolgerung: This cross-sectional study found that the age related declines in cycling performance are less than in swimming and running at both Olympic and Ironman triathlons. These findings indicate that age related declines in endurance performance are specific to the locomotor task although the cause for the task-specificity is not locomotor task clear. In contrast to swimming, the magnitudes of age-related declines in cycling and running performance for the Ironman triathlon are greater than for the Olympic triathlon, suggesting that task duration exerts an important influence on the age-associated changes in triathlon performance. Further studies examining the changes in training volume and physiological characteristics of older triathletes are required to better understand the age-associated changes in triathlon performance and will provide valuable information for understanding the way to maintain physical capacity and performance with advanced age.

Mein Fazit: Ich darf in Zukunft nur mehr die Laufsplits in den altersbereinigten Rechner schmeißen. In einer Exceltabelle könnten auch die eigenen Leistungen im Vergleich zu den besten Triathleten (anhand der Findings des Artikels) ausgerechnet und eingetragen werden.

Quelle https://www.researchgate.net

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