trinews.at: Hallo Kurt, deine Triathlon Saison ist heuer schon lange. Erzähl uns doch den Weg, wie du dich für den IRONMAN Hawaii qualifiziert hast? Ursprünglich wolltest du dich doch in Frankfurt für den IRONMAN Hawaii qualifizieren?
Kurt Lichtkoppler: Ja, eigentlich wollte ich mich in Frankfurt für Hawaii qualifizieren, immerhin gab es dieses Jahr 18 Slots in der AK 40. Dank einer sehr guten Vorbereitung, unter anderem mit Trainingscamps auf den Kanaren und Istrien, bin ich in Frankfurt fit und motiviert am Start gestanden. Trotz guter Schwimm- und Radsplits habe ich jedoch mein Ziel knapp verfehlt, da ich beim Läufen (an sich meine Lieblingsdisziplin) mit brutalen Darmproblemen zu kämpfen hatte und die entscheidenden Minuten auf dem Dixi-Klo verbracht habe. Zum Glück war ich auch für den IRONMAN Schweden angemeldet….

Wie hat nach Frankfurt die Regeneration und dann dein Training für den IRONMAN Schweden ausgesehen? Zweimal „Vollgas“ bei einem IRONMAN innerhalb kurzer Zeit zu geben ist ja bestimmt nicht leicht?
Die Regeneration nach Frankfurt war ausgedehnter als geplant, da ich drei Wochen infolge einer Beinhautentzündung am Schienbein nicht trainieren konnte. Die letzten Wochen vor Schweden habe ich dann versucht, mit wenigen kurzen intensiven Einheiten wieder in Form zu kommen.
Ich war kurz vor der Anreise gar nicht mehr sicher, ob ob ich überhaupt starten soll. Eine Hawaii-Quali war nicht einmal Thema, zumal es nur 6 Slots gab und die Zeiten im letzten Jahr extrem schnell waren. Schließlich bin ich dann ohne Erwartungen am Start gestanden und wollte einfach ein gutes Rennen machen.

Wie war dann das Gefühl in Schweden, als du dich für die Weltmeisterschaften qualifiziert hattest? Wie hast du den Moment erlebt?
Das war alles total unerwartet. Ich konnte in allen Disziplinen eine solide Leistung bringen und hatte auch noch das notwendige Glück, um dann doch als Sechster ins Ziel zu laufen.
Erfahren davon hab ich erst im Zielgelände von Barbara. Es war ein unglaublich emotionaler Moment, den ich nie vergessen werde.

Drei Langdistanzen in einer Saison ist ein harter Brocken – wenn man „nebenbei“ auch noch voll berufstätig ist. Hattest du nie das Gefühl „ausgebrannt“ zu sein und keine Lust mehr auf das Training zu haben?
“Nebenbei” berufstätig finde ich lustig, entspricht nur leider nicht ganz der Realität 😉 Klar war und bin ich manchmal müde und auch die Motivation dauernd hoch zu halten ist nicht immer einfach. Wenns mal nicht so läuft, mache ich eben weniger – Triathlon ist mein Hobby und da soll die Freude überwiegen.

Wie hast du deine mentalen Tiefs dann überwunden?
Naja, ich lasse mir viel von Hawaii erzählen, lese Artikel oder schaue Fotos und Videos vom Wettkampf. Beim Lauftraining stelle ich mir oft den Zieleinlauf in Kona vor.

Blicken wir etwas voraus. Worauf freust du dich bereits auf Hawaii abseits des Wettkampfes? Wie sieht dein Plan auf „Big Island“ aus?
Für den Wettkampf habe ich keine großen Erwartungen, zumal es schon der dritte IRONMAN innerhalb kurzer Zeit ist und ich die letzten Wochen berufsbedingt nur sehr wenig trainieren konnte. Es ist für mich einfach eine große Belohnung, heuer erstmals in Kona zu starten.
Nach dem Wettkampf bin ich noch knapp zwei Wochen auf Hawaii. Wir werden auch auf Kauai und Maui fliegen. Hoffe, dass ich wieder mal zum Kiten oder Surfen komme. Barbara ist ja schon zum sechsten Mal auf Hawaii und wird mir sicher viele schöne Plätze zeigen….

About the Author: Stefan Leitner

Stefan Leitner ist Herausgeber der Zeitschrift Trinews. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Als Inhaber der Sport und Event Agentur Leitner organisiert Stefan Leitner mit seinem Team die ALOHA SPORT Events. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.