Donnerstag, Dezember 12, 2019
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Elke Schiebl bloggt: On Fire!

Ich sitze vor einem leeren Computerschirm. Je näher das Abgabedatum meiner Uni-Seminararbeit kommt, umso weniger fällt mir ein. Meine SchülerInnen meinen darüber sarkastisch, schau’n’S, uns geht es genauso!

Viel lieber würde ich bloggen. Worüber? Über die kommende Triathlonsaison. Pläne schmieden. Triathlons ins Auge fassen. Kurzurlaube rund um Triathlons planen. Meinen Kindern schmackhaft machen: auf in andere Bundesländer Österreichs, auf ins Ausland. So weit es mit dem Auto möglich ist.

Meine Planung bei nasskaltem Novemberwetter wähnt einem Frühlingsbeginn, wo man die ganze schöne Jahreszeit noch vor sich hat. Man hat noch die ganze Saison mit zig-Wettkämpfen vor einem. Alleine in der heurigen Wettkampfsaison legte ich mehr als 714 Wettkampfkilometer im Schwimmen, Radfahren und Laufen bei Triathlons und den artverwandten Disziplinen Aquathlon und Duathlon zurück.

Gerade las ich die Überschrift eines fb-Artikels: mit 73 den 400. Triathlon bestritten. Ich bin 53 und habe 106 Triathlons absolviert. Insgesamt 366 Triathlons könnten es werden, wenn ich in der Frequenz der letzten sieben Saisonen (2013-2019) weitermache. Doch gerade das ist es. Will ich wirklich in der Frequenz weitermachen? Es ist nun also ein idealer Zeitpunkt, um den Kalender aus der Tasche zu holen und einen Wettkampfplan für die kommende Triathlonsaison aufzustellen.

Am vorigen Wochenende wurden die Landmeisterschaftsrennen und deren Daten bekannt gegeben. Die passen schon fast nicht mehr in meinen Wettkampfkalender hinein. Einige Rennen muss ich bleiben lassen, denn da sind wir im Urlaub und aus einigen Österreichrennen mache ich einen Kurzurlaub. Einen Wettkampf mit etwas Urlaubsfeeling zu verbinden, ist ein netter Gedanke. Wir machen das v.a. mit Olmpischen Distanzen und Mitteldistanzen. Während wir nach einer Mitteldistanz noch die Gegend besichtigen können, ziehen wir nach einer Mitteldistanz leckeres Essen vor (nur ja keinen Riegel mehr) und nehmen das Essen zum Anlass für die Rennnachbesprechung. Herrlich!

Triathlons in Niederösterreich sprießen wie Schwammerl aus dem Boden. Ja, dort und dort hast du deine Klasse gewonnen (mit Konkurrenz!). Einige Triathlons „fallen“ nächste Saison auf denselben Tag, da werde ich mich entscheiden müssen. Und zwei Triathlons an einem Wochenende – sogar letzte Saison gehabt – na, das sollte ich eher vermeiden. Was du aber in der kommenden Saison machen solltest, ist, bei gewissen Triathlons deinen AK Sieg verteidigen bzw. wieder zu siegen probieren. Wenn an der Strecke nichts geändert wird und wenn man annimmt, dass man unter gleichen Bedingungen wie das Jahr zuvor startet, lassen sich Zeiten gut vergleichen. Ich bin immer ein wenig enttäuscht, wenn ich „nur“ die Vorjahrszeit, manchmal mit einer Genauigkeit von 10sec plus oder minus einfahre, aber heuer lernte ich eine Faustformel – ab dem 40. Lebensjahr darf man um 1% pro Jahr langsamer werden. Fahre ich dieselbe Zeit wie im Vorjahr ein, bin ich de facto schneller geworden!

Aber die Flut an Triathlonangeboten ist enorm. „Heuer werde ich beim IRONMAN Austria starten.“ oder aber auch „Heuer werde ich beim Trumer Triathlon starten.“ Solche Sätze hört man erstmalig im November. Mit „heuer“ meinen Triathleten bereits das nächste Jahr. Ja, für uns Triathleten startet das neue Jahr meist bereits nach der Saisonpause im November. Während des Jahres gibt es eine Zeit für das Training und eine Zeit zum Spielen. Im November befinden wir uns in der Spielzeit, wenn nicht die Laktatverträglichkeit und Grundlagenausdauer im Mittelpunkt stehen, sondern alles andere, was wir während der Triathlonsaison vernachlässigen. Aber schneller als man denkt, steht die Trainingszeit vor der Türe. Und danach folgt gleich die Wettkampfsaison.

Den Anmeldebutton zu einer Triathlonanmeldung zu drücken, ist ein verlockender Handgriff, aber bevor ich dies tue, sollte ich aber wirklich zunächst einen Bleistift und einen Kalender zur Hand nehmen, um die Wettkampfsaison gewissenhaft vorzubereiten. Wenn es also der Wettkampfplan zulässt, dann sollte die Saison wirklich in zwei Hälften geteilt werden. Dass mein Mann im Winter immer sehr gewissenhaft trainiert, zeigt sich bei ihm meist schon an den anfänglichen Bewerben. Ich hingegen habe eine längere Anlaufzeit. Während ich zu Saisonbeginn oft noch sehr unzufrieden mit meinen Finisherzeiten bin, steigere ich mich während der Saison kontinuierlich und im Herbst ist meine Form meist auf ihrem Höhepunkt.

Fast alle Aquathlons, Duathlons und Triathlons sind zu dem Zeitpunkt, wo ich das verfasse, bekannt. Ich wähle zuerst zwei Mitteldistanzen als meine „A“ Bewerbe aus. Für diese werde ich mich gezielt mit ein Peak-Phase, einer Tapering-Phase und Erholungsphase nach der Mitteldistanz vorbereiten. Die gezielte Vor- und Nachbereitung nimmt in etwa einen bis zwei Monate in Anspruch. Das geht sich mit meinen Terminen im Sommer und im Herbst haarscharf aus. Zwischen den beiden Saisonhälften sollte eine Woche „Off Season“ liegen, um wieder hungrig in die zweite Saisonhälfte zu gehen.

Ich wähle meine „A“-Bewerbe zu einem Zeitpunkt, welcher mir genügend Vorbereitungszeit gibt, um bestmöglich vorbereitet an der Startlinie stehen zu können. Ich lese bei trinews.at nach: Vergewissere dich außerdem, dass im Vorfeld (etwa 1-2 Monate) vor deinen „A“ Bewerben keine großen Familienfeiern oder größere Projekte in deiner Arbeit auf dem Programm stehen. Oje, schon liege ich total daneben. Zwei Maturatermine, Hochzeitseinladungen, mein eigener 30-jähriger Hochzeitstag stehen im Mai und Juni rund um  meinen Hauptbewerb an! Nun gut, ich werde auch so mein Ding durchziehen, wie ich es immer getan habe. Ich wähle nun zwei bis vier weitere sogenannte „B“-Bewerbe aus: zwei Duathlons, ein Aquathlon und ein Olympischer Triathlon vor meiner Mitteldistanz. Die „B“-Bewerbe sind eindeutig kürzer als meine Hauptbewerbe und finden in nächster Umgebung statt. Für diese werde ich mich kürzer (ein paar Tage) vorbereiten und dabei auf genügend Erholung zwischen den Bewerben achten.

Zuletzt fehlen dann noch „C“-Bewerbe, die eine harte Trainingseinheit ersetzen. Ich wähle also wie gewohnt ruhig „C“-Wettkämpfe für meine Vorbereitungsphase – wahrscheinlich wieder einige zuviel. Meine Schwäche empfinde ich als das Laufen, deshalb wähle ich Sprintbewerbe aus, um an Tempohärte zuzulegen. Es eignen sich Sprints deshalb besonders gut, weil die mir echte Wettkampfhärte geben. Zu „C“-Wettkämpfen zählen auch Laufbewerbe, Aquathlons, neue Bewerbe wie Aquabike, Swimruns oder Etabliertes wie Radbewerbe. Als meine „C“-Bewerbe wähle ich einen Aquathlon, einen Supersprint und fünf Sprints. Dafür werde ich mich nicht speziell vorbereiten, sondern ich absolviere sie direkt aus dem Training. Im Wettkampf geht man öfters über seine Grenzen hinaus, und so sind Wettkämpfe härter als jedes Training.

Von unseren pubertierenden Kindern wird uns manchmal vorgeworfen, dass wir Triathlon alles unterordnen. Das fällt einem bei Pubertierenden leicht, wenn zwischen dem Einsteigen ins Auto und dem Aussteigen jeden Morgen Schweigen herrscht.  Es wird aber irgendwann auch die Zeit kommen, wo wir Enkelkinder für Sport zu begeistern versuchen werden und wehe, dann. Wofür soll ich sie sonst begeistern? Für’s Kochen nicht! Als ich gerade ein Triathlonphoto für den Blog aussuche, bemerke ich, dass die Rauchentwicklung in der Küche extrem ist, weil ich auf mein Gemüse auf dem Herd vor lauter Schreiben vergessen habe. Eines wäre auch noch zu erwähnen, wenn ihr eine/n TrainerIn habt, wäre natürlich noch sehr sinnvoll, die Wettkampftermine in der einen oder anderen Form mit euren TrainerInnen zu besprechen – sonst habt ihr das Reind’l auf!

Und den allerletzten Absatz darf ich meiner Sportkollegin widmen, die unsere Sportmannschaft verlassen hat und die genauso oft wie ich gefragt wurde, wie sie Beruf, Kind und Training – alles – unter einen Hut bringt. Es ist gerade Triathlon, der uns dies ermöglicht. Genauso wie ich schöpft sie Energie für den Alltag aus dem Sport! Babsi, ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und dass wir uns noch recht oft an der Startlinie und gesund im Ziel treffen!

Danke, Stefan, für deine trinews-blogs seit 2015 – immer noch aktuell und immer wieder lesenswert!

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