Elke Schiebl bloggt: Faszienierend

Faszienierend

Wenn ihr was Neues lesen wollt, dann müsst ihr auf die zweite Seite klicken (und versäumt meine Intention, den Leuten mitzuteilen, was in meinem Kopf vorgeht, in der Annahme, dass die Leute es wissen wollen J).

Manchmal wird man gerettet. Manchmal rettet man sich selbst. Manchmal retten eine/n andere. Im ersten Jahr Triathlon bestritt ich 3 Bewerbe, da gab es noch nichts zu retten. Im 2. Jahr – 2014 – schon 17 Bewerbe, da merkte ich schon, dass mir ein wichtiger Bestandteil des Triathlontrainings fehlte: Stabiübungen. Und da rettete mich Günther mit seiner sportboXX.

Das war eine Box mit den 33 besten Stabiübungen und sie waren von niemandem geringeren als G.Matzinger kreiert worden. Seinen früheren Trainer hatte ich oft sagen hören, „über die Stabi-Übungen wirst du, Elke, früher oder später nicht hinwegkommen“, doch wer hört schon darauf? Wichtig waren Schwimmen, Laufen und Radfahren für mich. Ich fing also an, seine sportboXX Übungen: Stabi- und auch Dehnungsübungen gewissenhaft zu machen.

Dann kam das Jahr 2015 und wieder 17 Bewerbe, zum ersten Mal auch Mitteldistanzen. Schon nach den ersten Duathlons zu Beginn der Saison – sie fanden mit nur einer Woche Abstand statt – hatte ich Oberschenkelschmerzen zum Quadrat. „Auf die Rolle“, schrieb unser damaliger Trainer – Triathlon-Nationaltrainer in der Südstadt – doch was meinte er mit „auf die Rolle“? – nein, gewiss nicht, das eingespannte Fahrrad, sondern die Black roll, deren Erfinder mittlerweile wahrscheinlich Milliardär geworden ist.

Diese Faszienrolle rettete und rettet noch immer mein Leben, unter der Voraussetzung Triathlon = Leben. Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich vor unserer Konferenz in der Mittagspause auf der Black roll im Schulgarten herumrollte und mich nach jedem Rollen mit einem Haribo belohnen musste. Inzwischen haben wir 9 Rollen in allen möglichen Variationen von €4 bis ca. €29.99 zu Hause – mit Mustern, mit Stacheln, Bälle, halbe Bälle, Reisefaszienrollen etc.

In den Triathlonsaisonen 2018 und 2019 bekam ich seit Juni dann ständig Knöchel- und Archillessehnenprobleme. Während ich 2018 dies als Tibialis posterior betitelte und so stehen ließ (es verging gottseidank wieder im darauffolgenden Winter), kamen diese Archillessehnenprobleme im heurigen Jahr verstärkt zurück (auch ab Juni ca.).

Jetzt, ein halbes Jahr später, machte Laufen keinen Spaß mehr. Gottseidank schlafe ich nach Elternsprechtagen oder sonstigen Familienereignissen schlecht und googelte am Handy zum x-ten Mal „Archillessehnenschmerzen“. Einen Fersensporn hatte ich mittels Röntgen Ende Oktober ausgeschlossen. Und siehe da, da stieß ich auf eine watscheneinfache Übung, aber extra-extra-extra effizient: die Zehen spreizen und in die Hocke gehen und sich dann bei gespreizten Zehen + gespreizter Fußsohle nach hinten setzen, sodass die Plantearfaszie (die eigentlich eine Sehne ist) gedehnt wird. Eigentlich hatte uns der Trainer dieselbe Übung eh schon gezeigt gehabt, aber da war wahrscheinlich meine Verzweiflung noch nicht groß genug, als dass ich sie gezielt und wiederholter Male gemacht hätte. Nach viermaligem Ausführen der Übung konnte ich endlich wieder schmerzfrei laufen.

Eigentlich hätte der Blog auch Elkes Aha-Erlebnisse heißen können: seit 2 Jahren wunderte ich mich, dass ich nur mehr alleine laufen gehen konnte, weil meine Herzfrequenz absolut nicht mehr mit der meines Mannes zusammenpasste und ich sonst beim gemeinsamen Laufen in einem falschen Trainingsbereich laufen würde. Gut, seine Lauflaktattest sind auch immer besser als meine. Dann hatte ich vor kurzem dieses Aha-Erlebnis. Ich verwende seit Jahren eine englische Kaffeemaschine, wofür ich wie zu Großmutters Zeiten sogar die Bohnen händisch frisch mahle. Nur, dass ich das als anstrengend empfinde und bei der Kaffeemenge für 2 Tassen schon bald wieder fertig bin – und siehe da, plötzlich passen unsere Herzschläge läuferisch wieder viel besser zusammen – ich laufe mit 10-15 Schlägen weniger bei den „Morgenläufen – nüchtern“ – trotz des moderaten Kaffeegenusses. Mein Ziel ist es, mich bis zu den Wettkämpfen von Kaffee ganz zu entwöhnen, um ihn dann bei den Wettkämpfen gezielt als Boost einzusetzen. (Berndis Tipp!)

You can make a man out of a woman but you cannot make a fish out of a man

Den restlichen Blog widme ich meinen Gender Studies (Ja, habe ich wirklich inskribiert). Gestern stieß ich auf einen Facebook Artikel – I won a Worldchampionship. Transwomen are women. Und beschloss, darüber etwas zu verfassen, da die Debatte „Sind Transfrauen Frauen?“ eine heiße Kartoffel ist. Die Bezeichnung „Transwoman“ dient als Überbegriff der Selbst- oder Fremdbeschreibung sowie der Positionsbestimmung für Transgender-Personen mit weiblicher Geschlechtsidentität und bezeichnet alle Identitätsformen dazwischen: Mein Lieblingszitat der Gender-Studies ist: es gibt innerhalb eines Geschlechts größere Unterschiede als vom einen zum anderen Geschlecht. Zudem beschreibt Transgender Personen, deren Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurden, mit der Selbst- oder Fremdbeschreibung sowie ihrer Positionsbestimmung nicht übereinstimmt.

Die Transfrau, über die ich kurz schreiben will, brach mit 11,649 Sekunden den 200m Masters-Sprint-Rekord und qualifizierte sich für die Masters-Weltmeisterschaft in der Frauenklasse 35-39 vor zwei Monaten. Sie schreibt nun: „People are angry because I’m a transgender woman, and I race in the women’s category“. Es gibt unzählige Positionen, Transleute betreffend, und die gängigsten möchte ich hier anführen. Caster Semenya ist nicht die Frau des Artikels, sondern eine 800m Läuferin – für sie existiert auch die Bezeichnung „hyperandrogen“ – lebt mit einer Frau zusammen, die sie in der Südsee heiratete. Vielleicht sollte man sich die soziale Perspektive ansehen. Nice idea, aber dann fällt mir ein, okay, Lesben heiraten auch.

Vielleicht sollte man den Testosteronspiegel als Züngelchen an der Waage messen und wenn diese Frauen einen zu hohen Testosteronspiegel haben, ihnen verordnet, dass sie sich einer Hormonbehandlung unterziehen. Lustigerweise sagt die Läuferin des Artikels, dass ihr Testosteronspiegel so niedrig ist, dass er nicht mal gemessen werden kann. Ich mach jetzt das, was für ein Unipaper ein No-go ist. (Die folgenden 2 Absätze sind ein Plagiat aus WikiJ ). Am 1. Mai 2019 unterbreitete der Internationale Sportsgerichtshof seine Entscheidung bezüglich der neuen Regelung der IAAF zur Testosteron-Obergrenze von fünf nmol/l für Frauen bei Rennen zwischen 400 Meter und einer Meile, die Läuferinnen mit einem 46 XY-Chromosomensatz zwingen soll, sechs Monate vor internationalen Wettkämpfen ihren Testosteronspiegel mit Medikamenten zu senken. Angemahnt wurde aber auch, dass ständig auf die Fairness der Umsetzung der Verordnungen zu achten sei und diese gegebenenfalls anzupassen seien. Das letzte Urteil 2015 der IAAF hatte noch einen Grenzwert von 10 nmol/l behandelt.

Die Ausübung von Sport ist ein Menschenrecht, steht in der Olympischen IOC Charter. Es ist ein Menschenrecht, an Wettkämpfen teilzunehmen. Ich denke, auch wenn kein Ausweis M der Frau meines Artikels aufweist, hat sie Anrecht darauf, dass andere mit ihr Wettkämpfen. Ich habe extra (m)ein Foto von 2015 gewählt, weil ich mich jedes Mal schrecke, wie androgen ich darauf aussehe. Es gibt auch ein Rad Foto, auf dem ich aufs Erste glaubte, meinen Sohn zu erblicken. Ich habe 4 Kinder. Mein Testosteronspiegel ist in Ordnung.

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