Wer folgt Chris McCormack?

Viele rätselten zu Beginn seiner Entscheidung, sich für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifizieren zu wollen noch über Chris McCormack, ob er nicht doch noch kurzfristig nach Big Island kommt. Aber spätestens seit einem Monat wissen wir, dass Macca definitiv nicht seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen wird. Wer wird den zweimaligen Champion heuer beerben?
Seit heuer müssen sich die Profis über das „Kona Pro Ranking“ für den IRONMAN auf Hawaii qualifizieren. Das Pro Ranking führt nach dem Sieg bei den IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaften Craig Alexander vor Raynard Tissik und knapp vor Timothy O’Donnell. Doch befinden sich auch die besten Langdistanzathleten im Ranking ganz vorne? Mit Nichten! Alle Athleten an den vorderen Plätzen haben einige Langdistanzen und Mitteldistanzen absolviert und haben eine entsprechende Ermüdung. Keine guten Voraussetzungen für den Vergleich mit den besten Langdistanzathleten. Lange Zeit deutete vieles auf ein Duell der beiden Weltrekordhalter Andreas Raelert und Marino Vanhoenacker hin. Bei den IRONMAN 70.3 Weltmeisterschafen in Las Vegas überzeugte allerdings auch Craig Alexander mit einer starken Performance am Rad und lief sich danach wieder in das Gedächtnis seiner Konkurrenten.

Andreas Raelert
Musste wie alle anderen Athleten auch einen IRONMAN finishen, um sich für Hawaii zu qualifizieren. Die nötigen Punkte hatte er noch von seiner Vorjahresplatzierung auf Big Island. Raelert finishte in 10:21 Stunden beim IRONMAN Regensburg. Der Traum vom gemeinsamen Finish mit Bruder Michael muss aufgrund einer Verletzung von Michael Raelert zumindest um ein Jahr verschoben werden, womit die beiden auch um die 1 Million Dollar Prämie eines Ausrüsters der Beiden kommen. Die wäre fällig geworden, wenn die Raelert Brüder auf den Rängen 1 und 2 ins Ziel gekommen wären. Ganz unfallfrei ist auch seine Vorbereitung nicht verlaufen. Eine leichtere Verletzung setzte ihn kurzfristig ausser Gefecht. Anders als in den letzten beiden Jahren ist es ausgesprochen ruhig um den Deutschen auf Big Island. Kamen im letzten Jahr noch zahlreiche Twittermeldungen über seinen Account, hat er sich heuer komplett zurückgezogen und bereitet sich – auf seinen ersten Sieg? – akribisch vor.

Craig “Crowie” Alexander
Hat sich mit seiner Performance am Rad bei der IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft in Las Vegas selbst in Szene gesetzt und sich für den näheren Favoritenkreis empfohlen. Überraschenderweise konnte er, mit einem neuen Rad den Rückstand, den Rückstand auf der 90 Kilometer Runde in Grenzen halten. Den abschliessenden Halbmarathon dominierte er wie bei seinen beiden Hawaii Siegen. Schafft Alexander den dritten Sieg, oder wird doch ein neues Gesicht am Siegerpodest ganz oben stehen und sich den Lorbeerkranz aufsetzen dürfen? Wie es sich oben am Podest auf Big Island anfühlt, weiss der Australier zumindest bereits.

Marino Vanhoenacker
Hat in Klagenfurt bei perfektem Triathlon Wetter als erster Triathlet den alten Langdistanz Weltrekord geknackt und zählt nicht nur auf Grund dieser Leistung zu den Topfavoriten. Mit Rang 3 im Vorjahr hat er auch gezeigt, dass er mit den harten Bedingungen auf Big Island zurechtkommen kann. Des Weiteren wird sich der Belgier in Szene setzen wollen, steigt doch der Hauptsponsor seines Triathlon Teams mit Ende der Saison aus. Vanhoenacker hat nur die Punkte seines dritten Ranges aus dem Vorjahr und jene vom Sieg in Klagenfurt zu Buche stehen. Ob der ganz grosse Sprung nach vorne gelingt?

Chris Lieto
Der Amerikaner ist der wohl aktuell stärkste Radfahrer auf der Langdistanz und auch stärker als Michi Weiss einzuschätzen. Im Normallfall geht Lieto als Führender auf die Laufstrecke, die auch zugleich eine seiner grössten Schwächen darstellt. 2009 waren über 12 Minuten Führung für den Marathon zu wenig. 2010 deto. Das sich seine Arbeit an seiner Schwäche auszahlt zeigte der Amerikaner mit Rang zwei bei den IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaften in Las Vegas.

Faris Al-Sultan
Konnte heuer überraschenderweise beim IRONMAN Frankfurt gewinnen und mit deutlichem Vorsprung vor Jan Raphael seine Qualität beweisen. Aufgrund des mässigen Starterfeldes in Frankfurt wurde Al-Sultan in keiner Phase des Rennens wirklich gefordert. Bei anhaltender Schwimm und Radform und seiner alten Laufform zählt er aber zum erweiterten Favoritenkreis in Hawaii. Schafft der Deutsche den zweiten Weltmeistertitel?

Timo Bracht
2011 das Jahr des Timo Bracht? Seine starke Radperformance konnte er beim IRONMAN Lanzarote unter Beweis stellen. Die Wette gegen seinen Teamkollegen Normann Stadler gewann Bracht – ob er sich allerdings auch auf Hawaii gegen die Konkurrenten durchsetzen wird können? Die Vorbereitung 2011 sah auf jeden Fall anders aus, als die Jahre zuvor, als er jeweils bei zumindest einem Heimbewerb am Start war. Bracht ist wohl der frischeste aller Favoriten – zumindest was die Anzahl der Bewerbe angeht.

Der erweiterte Favoritenkreis
Natürlich darf man beim IRONMAN Hawaii Namen wie jene des Spaniers Eneke Llanos (2008 bereits Zweiter) oder des Dänen Rasmus Henning nicht weglassen. Für Henning lief es im Vorjahr alles andere als optimal. Der Däne träumt auch vom Sieg und wurde 2009 mit gebrochener Hand immerhin Fünfter. In der gleichen Kategorie spielt auch Michi Weiss. “Unser” heisstestes Eisen rechnet mit einem Top 10 Ergebnis. Bei einem idealen Rennverlauf ist aber auch mehr drinnen, wie Michi Weiss im Interview mit trinews.at verrät.

Der trinews.at Tipp:
Andy Potts wird das Schwimmen auf Hawaii dominieren. Das Tempo im Wasser mithalten wird am ehesten noch Faris Al-Sultan können. Potts Führung wird auf dem Rad nicht allzulange halten. Eine grosse Gruppe mit allen Favoriten wird sich auf die 180 Kilometer lange Strecke machen. Chris Lieto wird, wie bereits im Vorjahr, versuchen, einen grösseren Vorsprung auf die besten Läufer herauszufahren. Die Chance für Al-Sultan, als guter Läufer ebenfalls vorne mitzufahren? Andreas Raelert hat die Möglichkeit, sowohl am Rad Zeit auf Craig Alexander gut zu machen, wie auch mit dem Australier gemeinsam einen Marathon zu absolvieren. Das Tempo der Beiden wird auf alle Fälle “höllisch” werden. Kommt danach ein lachender Dritter als Sieger zum Sieg? Am kommenden Sonntag werden wir wissen, wie das Rennen wirklich verlaufen ist 😉

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