Starker Wellengang in der Früuuml;h, die Fahnen wehen im Wind und die Temperaturen merklich kühler wie in den Vortagen. So präsentierte sich der Neusiedler See am Wettkampftag der Triathlon Langdsitanzstaatsmeisterschaften in Podersorf. Ideale Bedinungen für Kiter – nicht ganz so freundliche Bedingungen für Triathleten. Aufgrund der kühlen Wassertemperatur wurde mit Neoprenanzug geschwommen.

Georg Swoboda ist alter und neuer Österreichischer Staatsmeister im Triathlon auf der Ironman-Distanz. Er verteidigte über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen mit der Gesamtzeit von 8:12:29 Stunden seinen Vorjahrestitel erfolgreich. Für eine Sensation sorgte Swoboda vor allem mit seiner Leistung am Rad: Mit 4:08:56 lieferte er die zweitschnellste je gefahrene Zeit auf dieser Strecke ab. Eine Sensation lieferte auch die Staatsmeisterin bei den Damen ab: Michaela Rudolf pulverisierte in 9:16:21 den alten Streckenrekord, war um über zwölf Minuten schneller als Monika Feuersinger 2006 (9:28:47).

Zweiter des Austria Triathlon auf der langen Distanz wurde der Tscheche Petr Vabrousek (8:31:37), Dritter der Ungar Marton Flander (8:32:48). Als zweitbester Österreicher und Vierter des Austria Triathlon eroberte Andi Fuchs in 8:37:50 den Vizestaatsmeistertitel, Alexander Frühwirth holte in 8:42:00 als Gesamt-Fünfter Platz drei in der Österreicher-Wertung.

Staatsmeister Georg Swoboda ging als Neunter aus dem Wasser, hatte etwa elf Minuten Rückstand auf den schnellsten Schwimmer, Jürgen Babitsch. Auf der folgenden Radstrecke zündete er aber einen unfassbaren Turbo und ging mit sagenhaften 12:27 Minuten Vorsprung auf Andi Fuchs in den abschließenden Marathon. Während Fuchs Petr Vabrousek und Marton Flander vorbeiziehen lassen musste, baute Swoboda seinen Vorsprung sogar noch aus, gewann am Ende mit 19:08 Minuten Vorsprung und verteidigte seinen Staatsmeistertitel eindrucksvoll.

Österreich dominiert bei den Damen
Im Damenbewerb gab es ebenfalls eine erfolgreiche Titelverteidigung und außerdem einen siebenfachen österreichischen Sieg zu bejubeln. Michaela Rudolf hat mit ihrem beeindruckenden Streckenrekord den Staatsmeistertitel geholt, hängte mit 9:16:21 auch Simone Helfenschneider-Ofner (9:31:15) auf Platz zwei recht klar ab, Elisabeth Reiter sorgte als Dritte schon mit viel Abstand für ein rot-weiß-rotes Podium (10:25:05). Erst auf Platz acht landete mit der Deutschen Petra Jung die erste ausländische Athletin. Als zusätzliches Zuckerl durfte sich die neue Staatsmeisterin Michaela Rudolf über eine Vespa der Firma Faber freuen, die für den Streckenrekord spendiert wurde.

Dabei hatten alle drei Damen nach dem Schwimmen Aufholbedarf. Staatsmeisterin Rudolf kam als Vierte mit etwa vier Minuten Rückstand aus dem Wasser, Simone Helfenschneider-Ofner lag zweieinhalb Minuten dahinter auf Platz fünf, Elisabeth Reiter stieg als Neunte aufs Rad. Dort drehten dann aber Rudolf und Helfenschneider-Ofner kräftig auf. Elf Minuten Vorsprung hatte Rudolf auf ihre Verfolgerin, die wiederum schon eine Viertelstunde auf Monika Stadlmann herausfahren konnte. Elisabeth Reiter sicherte sich ihren dritten Platz dann auf der Laufstrecke. Fast eine halbe Stunde fehlten am Beginn des Marathons noch auf Platz drei.

Reaktionen
Georg Swoboda (Sieger Austria Triathlon Ironman-Distanz und Staatsmeister 2013): “Leider um eine Minute zu langsam. Ich wollte unbedingt den Streckenrekord brechen. Aber ich freue mich trotzdem. Einen Titel zu bestätigen ist viel schwerer, als den ersten Titel zu erreichen. Ich wollte unbedingt den Rad-Weltrekord brechen, was ich knapp nicht geschafft habe. Hinten raus habe ich das dann im Marathon gespürt. Aber ich bin wirklich sehr zufrieden.”

Petr Vabrousek (Zweiter): “Ich glaube, ich hatte ein ganz gutes Rennen. Ich verstehe überhaupt nicht, was Georg heute am Rad gemacht hat. Das ist unglaublich. Ich verneige mich vor Georg. Er ist immer stark am Rad, aber das ist ein anderer Level, als alles, was er bisher gemacht hat. Das ist sensationell.”

Andi Fuchs (Vizestaatsmeister): “Ich bin glücklich im Ziel zu sein. Auf der dritten Laufrunde war es auf einmal aus. Ich weiß nicht, was passiert ist. Schon die Radrung war sehr schwierig. Ich habe versucht mein eigenes Rennen zu machen, der Rückstand auf Georg Swoboda war unglaublich. Das macht schon fertig in der Birne. Ich bin knapp vor ihm auf die Radstrecke gekommen. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich am Anfang schlechte Beine gehabt habe – ich wäre später auch nicht mitgekommen. Ich habe das gleich abgehakt, als ich gesehen habe, welches Tempo er anschlägt.”

Michaela Rudolf (Staatsmeisterin): “Ein Wahnsinn, ein super Gefühl. Das war mir natürlich ein Begehr, den Staatsmeistertitel vom letzten Jahr zu bestätigen, aber die Zeit so zu pulverisieren hätte ich mir selbst nicht zugetraut. Die Bedingungen waren perfekt. Beim Schwimmen war es zwar etwas wellig, aber danach war es wirklich perfekt. Die Vespa ist natürlich auch ein Wahnsinn.”

Simone Helfenschneider-Ofner (Vize-Staatsmeisterin): “Ich bin sehr zufrieden. Für mich war das, glaube ich, das härteste Rennen meines Lebens. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich viel Zeit verschissen. Ich habe trotzdem versucht Freude zu haben und den Spirit eines Ironmans zu fühlen. Ich bedanke mich bei den Zuschauern, dass sie mich so getragen haben. Ich hoffe, sie haben ein bisschen was von meinem Kampfgeist gespürt.”

About the Author: Stefan Leitner

Stefan Leitner ist Herausgeber der Zeitschrift Trinews. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Als Inhaber der Sport und Event Agentur Leitner organisiert Stefan Leitner mit seinem Team die ALOHA SPORT Events. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.