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Trainingstipps Schwimmtraining

Tricks für besseres Schwimmen im See

Wellen, tieferes Wasser, die direkte Sonneneinstrahlung, Land – bzw. Wasserstart, Athleten im direkten Umkreis zu einem selbst, Neoprenanzüge, Strömungen, … Die Liste der Unterschiede im Vergleich zu einem Schwimmen im Pool könnte noch endlos fortgeführt werden. Jeder weitere Aufzählungspunkt ist eine neue Herausforderung für dich im Wettkampf. Wie kann ich mich nun auf diese Herausforderungen einstellen und sicher gehen, dass ich im Wettkampf mich wirklich auf den Wettkampf konzentrieren kann, und nicht auf die Herausforderungen?

Einige der Herausforderungen können in einem Pool simuliert werden, allerdings gibt es keinen Ersatz für das Training im freien Gewässer. Die folgenden Tipps unterstützen dich bei deinem Training im See und sollen dir helfen, Anfängerfehler zu vermeiden.

 

  • Orientierung
    Ohne Wand am Ende jeder Bahn bzw. gespannten Leinen im Pool brauchen wir eine andere Möglichkeit der Orientierung, um die nächste Boje, den nächsten Wendepunkt zu finden. Teilweise sind die Bojen auch weit über 100 Meter auseinandergesetzt. Um dich im freien Gewässer besser orientieren zu können, hebe alle 6 bis 8 Armzüge den Kopf und blicke nach vorne. Dies zeigt dir genau, wohin und in welche Richtung du schwimmst.

    Im Pool kannst du deine Orientierung auch ganz leicht testen. Schließe deine Augen und schwimme eine Länge. Achte darauf, dass in deinen umliegenden Bahnen keine Athleten schwimmen. Nach einer Länge schau, wo du am Poolrand anschlägst. Im freien Wasser suche dir einen Orientierungspunkt und versuche zu diesem zu schwimmen, ohne nach vorne zu schauen. Dies zeigt dir, wie gerade du schwimmen kannst, ohne dich zu orientieren. Im nächsten Schritt wiederhole die Übung orientiere dich alle 6 bis 8 Armzüge nach vorne. Um deine Schwimmlage durch den Blick nach vorne nicht zu sehr zu beeinflussen, intensivere deinen Beinschlag während der Phase der Orientierung und senke zum Eintauchen keinen Kopf leicht nach unten (Ähnlich dem Eintauchen nach einem Brustzug oder Delphinzug).

  • Schwimmen in der Gruppe
    Während du im Pool zumeist alleine oder mit wenigen Kollegen in der Bahn schwimmst, schwimmst du im freien Gewässer bei Wettkämpfen mit zahlreichen Athleten in der Gruppe. Bei größeren Bewerben werden gerne aus großen Gruppen riesige Gruppen! Mehrere Schwimmer in deiner unmittelbaren Umgebung bedeuten unter anderem auch, dass du nicht in deinem Rhythmus schwimmen kannst, sondern auch ab und zu unter Wasser getaucht wirst, oder den einen oder anderen Tritt abbekommst. Das lässt sich kaum vermeiden und du solltest dich am besten bereits darauf einstellen, bevor es so richtig los geht. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie du dich darauf vorbereiten kannst. Du gehst den Gruppen aus dem Weg, schwimmst komplett alleine und nimmst auch den längeren Weg um Bojen in Kauf, oder du lernst damit umzugehen und akzeptierst dies als Tatsache und nutzt sie zu deinem persönlichen Vorteil. Während es beim Rad fahren verboten ist, ist das Schwimmen im Wasserschatten erlaubt, spart dir eine Menge an Kraft und du kommst gleichzeitig früher aus dem Wasser. Allerdings gehört auch dies geübt.

    Starte zuerst mit zwei, drei Freunden in einer kleinen Gruppe. Schwimmt entweder nebeneinander oder hintereinander. Wenn du dich wohler fühlst, lade weitere Freunde ein und vergrössert die Schwimmgruppe und variiere die Position in der Gruppe. Aber bedenke: Je mehr du im Wasserschatten schwimmen kannst, desto mehr Kraft kannst du dir sparen.
     

  • Der Schwimmstart
    Der Schwimmstart liefert immer die spektakulärsten Bilder von Triathlon Veranstaltungen, wenn hunderte Athleten gemeinsam aus einem ruhigen Gewässer eine Waschmaschine machen. Bei Bewerben im freien Gewässer gibt es zwei Startmöglichkeiten. Den Wasserstart oder den Start vom Ufer aus. Der Wasserstart kann sowohl im Pool wie auch im See trainiert werden.

    Leg dich in das Wasser und achte darauf, dass deine Füße im Pool nicht die Poolwand berühren. Liege für einige Augenblicke horizontal im Wasser und achte darauf, dass du nicht zu weit nach vorne treibst (um einen Frühstart zu vermeiden). Starte danach los – mit intensivem Beinschlag und zuerst kurzen 5 bis 8 Armzügen, um etwas Geschwindigkeit aufzunehmen. Danach schwimme die Länge (bzw. ein paar Meter im See) mit normalen Armzuglängen fertig.

    Bei Starts vom Ufer weg übe das Laufen in das Wasser. Hebe dabei deine Knie und Unterschenkel hoch über das Wasser, wenn du im flachen Wasser läufst. Wird das Wasser tiefer, tauche ein und schwimme ganz normal los. Ein schönes Anschaubild ist sicher die Filmserie Baywatch 😉

  • Neoprenanzüge
    Bei zahlreichen Triathlonbewerben in Österreich ist das Tragen von Neoprenanzügen erlaubt. Besonders nach längeren Wintermonaten ermöglicht der Neoprenanzug ein früheres Training im See. Der Neoprenanzug kann dich allerdings auch in deiner Bewegungsfreiheit einschränken. Während die Topmodelle der Hersteller sich teilweise wie eine zweite Haut anfühlen sind es vor allem unpassende oder günstigere Anzüge, die deine Flexibilität im Schulterbereich limitieren. Das heisst, du brauchst etwas mehr Kraft für den Armzug in den Schultern wie ohne Neoprenanzug.

    Nutze dazu auch Freibäder, die in der Regel etwas wärmer wie die Seen sind und kühler wie ein Hallenbad um mit dem Neoprenanzug zu trainieren. Du kannst so im Training im Neoprenanzug in einem Pool die Vorteile des Pool Trainings (Schwimmzeiten und Längen) nutzen und dich an den Neoprenanzug gewöhnen.

  • Kalte Temperaturen
    Im freien Gewässer ist es kühler wie im Hallenbad oder in Freibädern. Dieser Umstand wirkt sich auch auf deinen Körper aus. Ein Neoprenanzug hilft dir dabei, dich warm zu halten. Dazu musst du aber auch kaltes Wasser in den Neoprenanzug lassen („fluten“). Das Wasser erwärmt sich danach aufgrund deiner Körperwärme und wirkt wie eine kleine Badewanne, in der du dich vorwärtsbewegst.

    Kaltes Wasser im Gesicht kann allerdings auch deine Atmung rapide einschränken und Kopfschmerzen verursachen (ähnlich einem zu großen Biss in ein gutes Eis).

    Leider gibt es dafür nur eine Möglichkeit, wie du dich darauf vorbereiten kannst – rein ins kalte Wasser. Lerne, wie dein Körper darauf reagiert und schaue auf deine Atmung vorerst bei einer „lockeren“ Einheit und später auch, wenn du schnell schwimmst. Gegen Kopfschmerzen hilft oftmals das Tragen mehrerer Badekappen oder einer Neopren Badekappe. Versuche herauszufinden, ab welcher Wassertemperatur du mehr als eine Badehaube benötigst, um keine Kopfschmerzen zu bekommen. Generell gibt man über den Kopf am meisten Körperwärme ab und kühlt daher schneller aus.

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Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben - in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

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