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Mein IRONMAN Florida 2013

Die Startplätze sind relativ rasch vergriffen, über 3.200 Athleten stehen an der Startlinie, aber abseits der offiziellen Registrierung gibt es zahlreiche Reiseveranstalter, die Startplätze für den IRONMAN Florida inkl. Reisen anbieten.

Die Vorbereitung verlief soweit recht gut. Das Wetter bei uns spielte glücklicherweise mit, und der abschliessende Halbmarathon auf Mallorca (mal etwas anderes wie die heimischen Marathonläufe) war recht vielversprechend. Ich muss sagen, ich war mir meiner Sache relativ sicher, beim IRONMAN Florida den Kona Slot für die Weltmeisterschaften 2014 zu holen. Ich hatte gut trainiert, war gut drauf und war im Kopf bereit dafür.

Auch die Tage vor dem Bewerb in Panama City Beach verliefen ausgezeichnet. Mich erinnerte Panama City etwas an Jesolo im Herbst. „Off Season“ und kaum Leute am Strand, kaum nennenswerte Sehenswürdigkeiten und viele „Ramschgeschäfte“. Am ersten Abend ging es zu „Cicis“ Pizza Laden auf der anderen Straßenseite. Für 5 Dollar gab es „All you can eat Pizza und Pasta“. Coool! Das Essen selbst war nicht schlecht, davon abgesehen, dass man auf Plastikgeschirr essen durfte. Auch eignete sich das Lokal vorzüglich dazu, Amerikanische Vorurteile bezüglich der Essensgewohnheit bestätigt zu bekommen. Gleich daneben fand man eines von unzähligen „Waffle House“ Buden. Glücklicherweise hatten wir ein Mietauto, ansonsten wären wir wohl öfters in die Lokale auf der anderen Straßenseite gegangen. So blieb es ein einmalige Besuch … Untergebracht waren wir im „Holiday Inn“ – absolut empfehlenswert, nur etwa 2 Kilometer vom Start und der Expo entfernt, aber schön ruhig und gepflegt. Mit eigenem Lokal und Frühstück (ja, es gab hier sogar frisches Obst!!! – „All you can eat“ für 12 Dollar!)

Die letzten Trainingseinheiten in Florida bestätigten mein Feeling. Am Tag vor dem Wettkampf herrschte kurz Aufregung. Am Strand stand ein Schild „closed to public“ und zwei rote Fahnen standen horizontal im Wind. Die Wellen und die Strömung waren enorm. Die ganze Woche über präsentierte sich das Meer in seiner besten Art und Weise, ruhig mit einigen Fischen darin. Auch nach dem Wettkampf sollte es wieder ablaufen. Auf den letzten Drücker brachte ich mein Rad zum Check In. Glücklicherweise – denn aufgrund des starken Windes waren in der Zwischenzeit der eine oder andere Radständer in der Wechselzone umgefallen und wurde von den Veranstaltern wieder aufgestellt. Anders wie in Klagenfurt liegen die Wechselzonensäcke hier am Boden fast aufeinander. Man muss sich also seine Plätze in der Wechselzone wirklich gut einprägen und kreativ sein. Im Walmart ergatterten wir bereits die erste Weihnachtsdeko. Mit silbernen Girlanden schmückten wir meinen Wechselzonensäcke, sodass ich sie wirklich rasch finden konnte.

Das Schöne an Wettkämpfen in Amerika ist die Müdigkeit am Abend. Bereits um 20 Uhr lagen wir im Bett und konnten problemlos einschlafen – gut, wenn man um 04:00 Uhr aufsteht um einen IRONMAN zu machen. So auch am Renntag. Um 05:00 Uhr ging es mit dem Auto zum Start, nochmals das Rad checken und die Laufräder aufpumpen. Glücklicherweise hatten Freunde ein Zimmer direkt beim Start im Hotel, wesshalb sich das leidige Thema „Klogang“ nicht stellte. Im Zimmer warteten wir dann auf den Schwimmstart. Um 06:30 Uhr kurz eingelaufen und ein paar Kraulzüge im Meer geschwommen. Um 06:50 Uhr bei den Pro Herren den Start beobachtet, wie sich diese durch die Wellen schlagen, um dann 10 Minuten später selbst gegen die Wellen zu stemmen. Diese waren glücklicherweise nur auf den ersten 200 Metern extrem – danach flaute es ab.

Das Schwimmen:

Geschwommen wurden zwei Runden mit einem kurzen Landgang. Nach der ersten Runde schaute ich auf die Uhr – 28 Minute. Uff – hochgerechnet 56 Minuten auf 3,8 Kilometer im offenen Meer? Nein – ich habe etwas Tempo herausgenommen, und mir eine Zeit um die 1:00 Stunden vorgenommen. Nachdem ich bereits in der ersten Runde auf ein paar 5 Minuten zuvor gestartete Prof Frauen aufgeschwommen bin, habe ich mich in der zweiten Runde an diesen orientiert. Nach dem Schwimmen nahm ich die Hilfe der „Wetsuit Peeler“ in Anspruch. Man legt sich dabei auf den sandigen Boden, und die Helfer ziehen einem relativ rasch (zumindest rascher als ich mir selbst …) den Neoprenanzug aus.

Das Radfahren:

180 Kilometer – 1 Runde. Anfangs hatten wir etwas Gegenwind. Bewusst hielt ich mich zurück und kontrollierte mein Tempo über die Wattanzeige. Zu sehr hätte es bereits auf den ersten Meter zu einer Tempobolzerei verlockt … Warum der Kurs in Florida schnell ist? Ich weiss es nicht, aber selbst bei Gegenwind bekommt man noch ein schönes Tempo zusammen. Nach etwa 30 Kilometern bildete sich eine 6 Mann starke Gruppe. Wir fuhren zum Großteil sehr fair – in Amerika sind 7 Meter Abstand das Maß aller Dinge. Bei Kilometer 50 ging es vorbei an der IRONMAN Weltmeisterin Mirinda Carfrae. Kurz darf man darauf stolz sein – fairerweise muss man aber erwähnen, dass die Dame am Oberrohr fuhr mit dem Ziel, nur ins Ziel zu kommen …

Mit Ausnahme von etwa 5 Meilen im Osten der Strecke war der Streckenbelag sehr gut. Die Strecke verläuft Großteils flach. Einzige Steigung ist nach etwa 20 Kilometern bzw. 160 Kilometern die Überfahrt über eine Brücke. Auf dem Rückweg geht es einige Kilometer kupiert entlang der Straße. Allerdings ohne nennenswerten Anstieg. Man darf also wirklich ganze 180 Kilometer pedalieren, ohne einen Tritt auszulassen.

Auf den letzten 30 Kilometern bekam ich leichte Krämpfe im Oberschenkel und konnte auf dem Rad nicht mehr wirklich drücken. Bei jedem härteren Tritt machte sich sofort der Oberschenkel zu. Ich befürchtete schlimmes für den Marathon und versuchte mit hochfrequenten Tritten möglichst ohne Krampf in die zweite Wechselzone zu kommen. Dort merkte ich beim Lauf zum meinem Wechselzonensack (den ich natürlich gleich fand) glücklicherweise keine Probleme, und freute mich auf den Marathon.

Der Marathon:

Zu laufen waren zweimal 21,1 Kilometer Schleifen. 10 Kilometer mit Rückenwind in den St. Andrews State Park und 10 Kilometer mit Gegenwind wieder zurück. Auf den ersten 10 Kilometern musste ich mich laufend bremsen. Zu hoch war das Anfangstempo und zu locker fühlte es sich an. Allerdings bereits auf den 10 Kilometern zurück spürte ich den Wind und hatte teilweise mit dem Kreislauf zu kämpfen. Etwas zu wenig getrunken und das amerikanische GU Gel wollte ich auch nicht erst im Wettkampf testen, daher wohl auch ein Mineralmangel. Auf der zweiten Schleife ging es anfangs wieder sehr gut, aber auch hier hatte ich auf den letzten 10 Kilometern zu kämpfen.

Im Zielkanal lief ich dann noch bei einem Athleten aus meiner Alterklasse (das Alter wird auf der Wade angegeben) vorbei – leider nicht konsequent genug, und dem Konter hatte ich nichts entgegenzusetzen.

Nachdem der Liveticker auf den letzten Meilen ausgefallen war, wusste ich auch nicht über meine Platzierung Bescheid – war somit etwas „hin und hergerissen“ im Ziel – mit meinem Wettkampf war ich aber durchaus zufrieden und die Zeit von 09:05 Stunden war auch ok – auch wenn die Sub 09 wieder nicht möglich waren …

Auf Rang vier reichte es aber für die Hawaii Quali „Job erfüllt“ dachte ich mir und darf mich jetzt fast ein Jahr auf die IRONMAN Weltmeisterschaften auf Hawaii vorbereiten 😉

Die schönste Überraschung des Tages machte mir allerdings Marisa – als sie mir im Hotelzimmer eine Schachtel Maccadamia Nüsse und eine Lei schenkte. Original aus Hawaii (FedEx ist Weltklasse! *gg*)

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