Ekoi
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Leiti bloggt: Triathlon zwischen Sein und Schein

Anstoss für meinen heutigen Blogeintrag waren einige Facebook Postings in den letzten Wochen. Das Tüpfelchen auf dem „i“ war ein Facebook Post von Thomas Steger, Neoprofi in Diensten des Pewag Racing Teams.

Viele würden einen 5ten Platz bei einer Europameisterschaft als großen Erfolg verkaufen und sich dafür feiern lassen – zu jenen kann ich mich sicher nicht zählen.

Meine zwei überragenden Rennen letztes Jahr (Trumer Triathlon, Waldviertler Eisenmann) waren deshalb so gut, weil ich schon nach der ersten Rennstunde mein eigenes Tempo gehen konnte. Bei internationalen Rennen sind die Gesetze anders: Du musst reagieren und kannst nicht agieren. Es stehen 40-50 Profis am Start, die alle gewinnen wollen.

Beim Fussball gibt es 11 Sieger und 11 Verlierer, beim Triathlongibt es 1 Sieger und 49 Verlierer

Bei einem Volkrennen gibt es zig verschiedene Wertungen, sodas am Ende jeder einen Pokal bekommt und geehrt wird und fröhlich nach Hause fährt. Bei einem Eliterennen sind der Sieger und vielleicht noch die nächsten 2 von Interesse, während du dich schon als Vierter nach dem Zieleinlauf schleichen kannst.

Puh, da steckt viel Wahres drinnen. Zuerst einmal kann man sagen, „Willkommen in der Welt der Profi Athleten, Thomas“. National bei prestigeträchtigen Wettkämpfen zu gewinnen ist immer noch eine andere Klasse, wie in der europa- oder weltweiten Elite mitzukämpfen und um Siege zu fighten. Wir sind in der Spitze in Österreich nicht so breit aufgestellt, um bei allen Bewerben ein „konkurrenzfähiges“ Feld am Start zu haben. Leider!

Und ein anderes Thema spricht Thomas Steger noch an, welches sich in den letzten Monaten verstärkt breit macht. Da werden in Österreich Europameister von Autohäusern mit Autos ausgestattet. Sponsoren präsentieren sich bei Vertragsunterzeichnung mit Weltmeistern und singen ein Loblied auf den Athleten. Staatsmeister im Triathlon gibt es fast so viele wie Altersklassen im Triathlon. Ich musste nicht lange recherchieren um festzustellen, dass wir in Österreich KEINE amtierenden Europameister und Weltmeister im Triathlonsport vorzuweisen haben. Was viele Athleten und/oder auch manches Medium gerne weglässt ist der nicht unbedeutende Zusatz „Age Group“. Es ist kein unbedeutender Unterschied, sich in seiner Altersklasse durchzusetzen oder in einem Elite Feld. Doch dadurch entsteht eine verzerrte Darstellung des Triathlonsports in den Medien und bei den Sponsoren. Denn warum soll ein Sponsor einem wirklich PRO Athleten Geld für die Ausübung seines Berufes geben, wenn er um ein Schnäppchen einen Age Grouper unterstützen kann, der sich besser wie so mancher Profi vermarket?

Wir zerstören uns dadurch den Markt für Profi Sportler in Österreich selbst. Denn der Anreiz für den Sponsor in den Profi zu „investieren“ sinkt. Und somit sinken die Einnahmen für die Profis und viele Profi Athleten leben nur aufgrund der finanizellen Unterstützung der Eltern ein „Profi“ leben – ohne aber wirklich davon langfristig leben zu können.

Ich weiss, wir trainieren alle hart für unser Lieblingshobby Triathlon und jede Leistung gehört entsprechend anerkannt und honoriert. In diesem Sinne – Gratulation allen Age Group Europameistern und Age Group Weltmeistern. Gratulation aber auch allen Profi Athleten, die Rennen für Rennen im internationalen Spitzensport bestehen.

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Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben - in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

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