Der harte Weg in die Elite 1
Lukas Gaggl - Mein Weg zurück

Der harte Weg in die Elite

Schließlich habe ich mich für den Profisport entschieden, was auch mit der Aufnahme in das Heeresleistungssportzentrum (HLSZ) zu tun hatte. Ohne diesen infrastrukturellen und finanziellen Background wäre für mich eine Zukunft im Profi-Triathlonzirkus undenkbar gewesen!!

Mit dem positiven Gefühl, mein letztes Junioren-Rennen mit einem 3. Platz beim Junioren-Europacup in Bled/SLO beendet zu haben ging es für mich in mein 1. Jahr in die U23 Klasse.

Meine ersten Rennen bei den Elite Europacups in der Türkei, Belgien und der Schweiz gestalteten sich katastrophal und ich konnte meine (zu hoch) formulierten Ziele nicht annähernd erreichen.

Gründe dafür waren, dass ich das vermehrte Training noch nicht so gut vertragen habe, mein Leistungsniveau für den Elite-Bereich noch zu niedrig war und ich auf diverse „Zeichen“ meines Körpers nicht geachtet habe. Aufgrund dessen habe ich oft Monate lang „grundlos“ mit Schmerzen trainiert, bis einfach nichts mehr ging. Somit waren immer wieder Trainingspausen notwendig, welche ich mir sowieso nicht leisten habe können.

Summa summarum brauchte ich nach dem enttäuschenden Wettkampf in Genf/SUI, welcher meine Leistung der laufenden Saison widerspiegelte, eine Auszeit. Dass ich so weit von der Weltelite entfernt war, wollte ich nicht wahr haben und konnte diese „Schwäche“ meinerseits anfangs nicht akzeptieren.

Das nächste Problem war dann, dass meine Weiterverpflichtung im HLSZ alles andere als sicher war, da sich 3 Personen um einen Platz kämpften. Nach Gründlicher Absprache mit meinen Trainern, fand ich wieder Motivation und Spaß im Training, welche(r) zuvor schon länger weg war. Sowohl der öster. Triathlonverband als auch das HLSZ setzten ihr Vertrauen in meine Person und in Nullkommanichts verbesserten sich meine Leistungen. Im Herbst 2011 schaffte ich schließlich den Sprung in den öster. B-Kader, indem ich gute Leistungen beim Schwimm- und Lauftest ablieferte und die geforderten Zeiten klar unterbot.

Ab diesem Zeitpunkt stieg meine Leistungskurve monoton nach oben und ich konnte große Leistungssprünge in allen 3 Disziplinen erzielen.

Die nächste Saison gestaltete sich ähnlich wie die letzte. Immer wieder von kürzeren Trainingspausen aufgrund eines schmerzenden rechten Unterarms gestört, startete ich bereits im März mein erstes Rennen in Port Elizabeth/RSA. Es war eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar, jedoch verlief der Rennverlauf nicht optimal für mich, sodass ich wieder mal im geschlagenen Feld finishte. Leider verschlimmerten sich meine Unterarmschmerzen ab diesem Zeitpunkt und ich konnte eine leichte Schwellung erkennen.

Es folgen mehrere Monate mit permanenten Ultraschallbehandlungen, Massagen, Lymphdrainagen usw. Jedoch konnte ich den falsch diagnostizierten Tennisellbogen, die großen Schmerze und die damit eingeschränkte Rotation im Unterarm nicht loswerden.

Das Leiden gipfelte letztendlich mit einer ernüchternden Diagnose: “Verdacht auf bösartigen Tumor“, meines behandelnden Orthopäden 3 Tage vor meinem bis dato absoluten sportlichen Highlight, dem World Series Race in Kitzbühel, bei welchem ich erst wenige Tage zuvor von der Warteliste auf die Startliste gerutscht bin.

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