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Castelli: Wenn Italiener ihre Produkte präsentieren

Spätestens seit den Siegen beim IRONMAN Hawaii 2013 durch Frederik Van Lierde und Mirinda Carfrae ist die Marke Castelli im Triathlon angekommen. Beide Athleten waren mit Bekleidung der italienischen Marke unterwegs. Auch Andi Giglmayr kämpfte beim IRONMAN Austria heuer mit einem Castelli Sanremo Triathlonanzug.

Die „FREE TRI BIB SHORT“

Im Radsport sind Trägerhosen gang und gäbe. Warum eigentlich im Triathlon nicht? Herkömmliche Triathlon-Shorts sind an der Hüfte tief geschnitten, um die Atmung nicht zu beeinträchtigen. Doch dieser Schnitt bremst beim Schwimmen und erhöht am Rad die Gefahr von Sonnenbrand durch mehr ungeschützte Haut. Im Rennverlauf werden solche Shorts häufig schlabbrig und besonders Männer wünschen sich beim Laufen häufig etwas mehr Unterstützung an der Vorderseite. Die Free Tri Trägerhose ermöglicht einen reibungslosen Wechsel nach dem Schwimmen und bietet am Rad und beim Laufen optimalen Sitz und Halt. Für einen schnellen Toilettengang ist sie – für eine Trägerhose – vorne tief geschnitten und durch den nicht notwendigen Schnurzug wird die Atmung nicht beeinträchtigt.
Natürlich ist sie auch ziemlich windschnittig. Mit Hilfe der Castelli Speed Hooks lassen sich Top und Hose miteinander verbinden und so dieselben aerodynamischen Vorteile wie bei einem Einteiler erzielen.

Auffallend bei allen Castelli Hosen ist der Sitzpolster.
Ausgangspunkt ist eine weiche und dehnbare antibakterielle Decklage, die auf dichten Schaumstoff aufgebracht wird. An nicht notwendigen Stellen wird überflüssiger Schaumstoff entfernt. Übrig bleiben 8 mm im Dammbereich bzw. 6 mm im Bereich der Sitzknochen. Der Verlauf der Materialstärke ist fließend, um unangenehme Übergänge und Kanten zu vermeiden.
Doch wie wirkt sich das relativ voluminöseste Sitzpolster beim Laufen aus? Beim ersten Anblick bezweifelten wir das Konzept. Nach dem ersten Test gab es aber eine große Zustimmung. Was für die Profis gut ist, kann im Hobbybereich nicht falsch sein. Mirinda Carfrae ist mit dem Kiss Tri Sitzpolster in Kona mit 2:50:38 unter anderem auch zu einem neuen Lauf-Streckenrekord gelaufen. Die 4. und 5. schnellsten Laufsplits wurden in Kona durch Frederik Van Lierde und Tim O’Donnell ebenfalls mit dem Kiss Tri Sitzpolster erreicht.

Das „T1 STEALTH TOP“

Das T1 Stealth Top ist ein Renntrikot, das konstruiert wurde um am Rad den Luftwiderstand zu minimieren. Man trägt es über einem Triathlon-Oberteil oder bei heißeren Bedingungen ohne etwas darunter und ist bei gleicher Leistung schneller unterwegs. Schneller ist immer relativ und teilweise schwer nachweisbar – Castelli setzt aber auf die jahrelange Erfahrung aus dem Radsportbereich und kann diesbezüglich auch auf Ergebnisse aus Windkanaltests zurückgreifen.
Legt man die Ergebnisse von Windkanaltests auf reale Bedingungen im Freien um, ist man auf einem Langdistanz – Radkurs von 180 Kilometern bei einem Schnitt von etwa 36 km/h um 6:36 min schneller. Der Fairness halber muss man allerdings sagen, dass häufiges Bremsen und Beschleunigen auf einem technisch anspruchsvollen Kurs und die ca. 20 Sekunden zum An und Ausziehen in der Wechselzone dabei nicht berücksichtigt sind. Dank eines durchgehenden Reißverschlusses ist ein schneller Wechsel in der Wechselzone möglich.

Castelli Speed Hooks

Triathlon Zweiteiler von Castelli verfügen über das „Speed Hook“-System. Dazu werden am Oberteil links und rechts kleine Haken angebracht, die in zwei verschiedenen Positionen mit Haken am Hosenbund verbunden werden können. Verknüpft man Top und Short vor dem Schwimmen, verhindert man ein Hochrutschen des Oberteils und profitiert am Rad von besserer Aerodynamik. Außerdem wird dadurch auch der untere Rücken vor aggressiver Sonnenstrahlung geschützt. Für mehr Bewegungsfreiheit beim Laufen, lässt sich diese Verbindung rasch lösen. Es sind die kleinen Details, die die Liebe der Italiener zu ihren Produkten zeigt.

Der Sanremo Triathlon Anzug

Ein- oder Zweiteiler? Diese Frage hat sich vermutlich jeder Triathlet schon einmal gestellt. Beim IRONMAN Hawaii war die überwiegende Mehrzahl der männlichen Starter mit Zweiteilern unterwegs. Doch Frederick Van Lierde gewann in einem Einteiler. Gewöhnlich geht man einen Kompromiss aus Aerodynamik oder Handling im Falle eines Toilettenganges ein.

Castelli’s Sanremo-Konstruktion scheint die Vorteile beider Varianten zu vereinen.
Im Prinzip ist es ein Einteiler, bei dem Ober- und Unterteil an der Hüfte aber nur seitlich und hinten miteinander verbunden sind. Das Oberteil überlappt vorne mit der Hose und verfügt über einen durchgehenden Reißverschluss. Man erhält somit die Passform eines Einteilers kombiniert mit der Praxistauglichkeit eines Zweiteilers. Eigentlich eine Konstruktion, die für den Radsport entwickelt wurden, wir finden aber, im Triathlonsport ist dieser Ansatz sogar noch passender.

Und im Zuge dieser Entwicklung haben die Italiener auch herausgefunden, dass Taschen häufig ein Schwachpunkt von Triathlon-Tops sind. Diese sind häufig sehr klein oder sind so konzipiert, dass sie beim Schwimmen bremsen und am Rad zu viel Luftwiderstand verursachen. Manche sogar beides. Castelli hat die Taschen sind so konstruiert, dass sie beim Schwimmen nicht hinderlich sind und am Rad keinen Nachteil bringen. Dennoch sind ihre Taschen größer. Die Taschen sind so geräumig, dass – neben Verpflegung – zum Beispiel auch eine Weste oder Ärmlinge verstaut werden können.
Für Triathlonbekleidung sind derartige Taschen sicherlich noch sehr ungewöhnlich, aber bereits gut genug um damit beide IRONMAN Hawaii und den Herren XTERRA-Weltmeistertitel zu gewinnen.

Personalisiertes Wunschdesign:

Den meisten Triathleten ist ein hochwertiges Erscheinungsbild der eigenen Wettkampfbekleidung sehr wichtig. „Ein Großteil der Castelli Triathlonkollektion ist auch in individuellem Team- oder Vereinsdesign erhältlich,“ so die Verantwortlichen bei Castelli. Ab zehn Stück pro Artikel kann das hausinterne „Servizio Corse“ Custom-Team-Programm in Anspruch genommen werden. Dabei werden die Stoffe und Bestandteile direkt mit dem Design gefertigt und Sponsorenlogos oder Vereinsnamen nicht bloß nachträglich auf Standardware aufgedruckt. Das sieht nicht nur profimäßig aus, sondern Farben und Grafiken bleiben dauerhaft erhalten – auch nach dem x-ten Waschgang oder Wettkampf.
Selbstverständlich wird dieser Service auch für eine Vielzahl von Castelli Radteilen angeboten.

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Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben - in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

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