Regenschlacht in der Wüste bei IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaften

Anders wie im Vorfeld erwartet wurde konnten sich die beiden starken Schwimmer Andy Potts und Josh Amberger nicht im Wasser absetzen. Zwar stiegen sie als Führende aus dem Wasser, allerdings zogen sie ein großes Feld mit vielen Favoriten hinter sich nach. Diese Gruppe, in der sich auch Jan Frodeno befand bestimmte auch auf dem Rad anfangs das Tempo. Wohl auch mit dem Wissen, dass zahlreiche weitere Favoriten den Anschluss verpassten und bereits beträchtlichen Rückstand nach dem Schwimmen aufwiesen. Von hinten kommend drückte Sebastian Kienle auf das Tempo und in seinem Sog kam die zweite Verfolgergruppe an die erste Verfolgergruppe heran. Nun jagte eine große Gruppe den Australier Amberger. Doch es war erneut Kienle, der wie im Vorjahr attackierte. Im letzten Jahr noch der große Underdog hatten ihn heuer wohl alle auf der Rechnung und erwarteten seine Attacke. Dennoch konnten dem Deutsche niemand folgen und so machte er sich auf und davon. Mit drei Minuten Vorsprung ging es für ihn in die zweite Wechselzone. Mit hohem Anfangstempo zeigte Kienle, dass er gewillt war, seinen Titel zu verteidigen. Auch wenn er verletzungsbedingt heuer noch keine sehr großen Leistungen abrufen konnte, setzte er alles daran, die Verfolger auf Distanz zu halten. Der Olympionike Jan Frodeno war es, der ambitioniert aus der zweiten Wechselzone startete und zur Aufholdjagd ansetzte. Doch Terenzo Bozzone – 70.3 Weltmeister aus dem Jahre 2008 – folgte ihm auf Schritt und Tritt. Frodeno musste allerdings verletzungsbedingt, es dürfte sich um ein Problem mit der Achilessehne gehandelt haben, bereits frühzeitig auf der Laufstrecke aussteigen, und so lag es an Bozzone, Kienle zu jagen. 

Doch nach 03:54:02 Stunden war es der Deutsche Kienle, der wie im Vorjahr über den 70.3 Weltmeistertitel jubeln durfte. Er steigt damit in einen erlesenen Kreis an Weltmeistern. Craig Alexander, Michael Raelert und nun Kienle sind die einzigen Athleten, mit zwei Weltmeisterschaftspokalen zu Hause im Wohnzimmer. Hinter Kienle kam Bozzone mit knapp über 2 Minuten Rückstand ins Ziel. Rang Drei ging an den Australier Joe Gambels.

Bei den Damen war das Rennen auch geprägt von Aufholdjagten. Während die Spitze mit Annabel Luxford und der Titelverteidigerin Leanda Cave bereits auf dem Rad saßen, stiegen Hauschildt und Jackson erst aus dem Wasser. Die Damen hatten etwa 3 bzw. 4 Minuten Rückstand auf die Spitze. Doch bereits auf den ersten Kilometern zeigten beiden Damen, dass Angriff die beste Verteidigung ist. An der Spitze war es Annabel Luxford, die auf das Tempo drückte und den Abstand konstant halten wollte. Aber das klappte nicht so recht, denn bereits nach etwas mehr wie der Hälfte der Radstrecke hatte Hauschild den Rückstand auf eine Minuten verkleinert. Nach 60 Kilometern hatte sie zu den Führenden aufgeschlossen, setzte sich an die Spitze und zog das Feld in die zweite Wechselzone. Doch kurz vor dieser kam es zu einer Schrecksekunde für Hauschild. In einer Kurve rutschte ihr das Hinterrad auf der spiegelglatten Fahrbahn weg und sie kam zu Sturz. Doch nur Sekunden später war sie wieder auf dem Rad und gab Gas. Nachdem Luxford und Lisa Norden in die Penalty Box mussten, um ihre Strafe abzusitzen, war die Reihenfolge wie vor Hauschilds Sturz wieder hergestellt.

Auf der Laufstrecke spielte Hauschild ihre Stärke aus. Mit jedem Schritt vergrösserte sich der Abstand zu ihren Konkurrentinnen. Die bisherigen im Mittelpunkt stehenden Damen mussten alles geben, um den von hinten heranstürmenden Kontrahentinnen etwas entgegensetzen zu können. Heather Jackson und Cartriona Morrison stürmten kontenuirlich heran.

Nach 21,1 Kilometern war es Melissa Hauschildt, die nach 04:20:07 Stunden als neue IRONMAN 70.3 Weltmeisterin die Ziellinie überquerte. Über 5 Minuten hinter der Australierin kam Heather Jackson auf Rang Zwei. Rang Drei ging an Annabel Luxford.

Lisa Hütthaler kam mit 9 Minuten Rückstand auf Rang 7 und konnte Lisa Norden noch abfangen.

Das Ergebnis aller Österreicher:

Vorname Nachname Gesamtrang swim bike run Gesamt
Alex Reithmeier 25 00:24:46 02:20:28 01:22:23 04:11:31
Thomas Meusburger 90 00:31:08 02:25:11 01:28:08 04:29:43
Lisa Huetthaler 93 00:28:30 02:30:51 01:26:33 04:29:58
Thomas Vonach 94 00:30:24 02:27:17 01:27:53 04:30:01
Christian Auer 99 00:32:53 02:29:58 01:23:42 04:31:09
Roman Thuerauer 116 00:31:02 02:29:49 01:26:45 04:32:51
Wolfgang Mair 155 00:38:23 02:24:29 01:29:53 04:37:24
Reinhard Wohlfahrt 233 00:32:52 02:29:10 01:36:42 04:43:22
Anton Bernhard 272 00:36:24 02:24:38 01:39:13 04:46:31
Georg Schweighofer 304 00:39:54 02:31:36 01:30:25 04:48:17
Alexander Bader 326 00:35:19 02:32:03 01:36:14 04:49:22
Martin Mayer 482 00:29:45 02:37:00 01:45:50 04:58:06
Thomas Koder 524 00:34:34 02:42:57 01:37:52 05:00:12
Johannes Piller 566 00:31:36 02:41:47 01:42:42 05:01:49
Constance Mochar 607 00:35:23 02:43:11 01:39:33 05:03:40
Carina Prinz 608 00:31:37 02:47:21 01:38:19 05:03:45
Karl Seyrkammer 749 00:36:23 02:34:36 01:53:35 05:10:38
Reinhard Fortyn 799 00:38:10 02:30:42 01:57:47 05:13:23
Sabine Greipel 1048 00:35:19 02:54:02 01:49:20 05:24:28
Julius Vincze 1099 00:47:23 02:49:11 01:43:04 05:27:28
Birgit Kagerer 1157 00:39:22 02:48:25 01:56:00 05:30:23
Angelika Stiegler 1239 00:32:50 02:52:11 02:02:03 05:35:17
Angelika Schramm 1558 00:37:35 03:11:12 01:58:25 05:55:24
Gerhard Miklautz 1657 00:57:16 02:56:50 02:03:36 06:06:47
Waltraud Ritter 1680 00:41:39 03:05:27 02:14:07 06:08:58
Wolfgang Kaiser 1788 01:07:19 03:00:13 02:11:04 06:27:27
Erna Ortner 1848 00:52:07 03:19:35 02:18:43 06:41:27
Klara Tatai 1926 01:08:02 03:28:48 02:38:50 07:25:38
Stefan Duller          
Thomas Priglinger        
Gerald Zogl          

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