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Leiti bloggt: Super League Triathlon – die Zukunft des Weltklasse Triathlons?

Was war das für ein internationales Triathlon Wettkampfwochenende auf Hamilton Island! Erstmalig fand das „Super League Triathlon“ Wochenende statt und dieses bestand für 25 top Athleten aus drei Wettkampftagen mit teils neuartigen Wettkampfformaten. Und alle drei Tage hatten es in sich! Doch was ist „Super League Triathlon“? Nur die besten Athleten aus der World Triathlon Serie, den Nachwuchsevents und über die Langdistanz erhalten eine Einladung zu diesen Triathlon Wettkämpfen. Unter anderem zählt Chris McCormack zu den Gründern der Super League Triathlon. Neben einem enormen Preisgeld von 100.000 US Dollar lockt auch eine beachtliche mediale Reichweite die Athleten. So waren die Bewerbe live auf Eurosport zu sehen und konnten kostenlos über die Homepage verfolgt werden.

Drei Tage – Neun mal Action

Triple Race

Den Auftakt machte am Freitag das Triple Race. Mit nur 10 Minute Pause (gerechnet am Zielankunft des Siegers) hatten die Athleten drei Multisport Bewerbe zu bewältigen. Zuerst absolvierten die Athleten einen Supersprint Triathlon mit den Distanzen 300 Meter Schwimmen, 6 Kilometer Radfahren und 2 Kilometer Laufen. Danach wurde mit dem Laufen gestartet. Nach zwei Kilometern Laufen durften die Athleten sechs Kilometer Radfahren und zum Abschluss 300 Meter Schwimmen. Der letzte Bewerb startete wieder mit einer Pause von 10 Minute. Nach dem Radkurs ging es für die Athleten ins Wasser eher der letzte zwei Kilometer Lauf folgte.

Für die Sieger der jeweils ersten Disziplin gab es eine Zeitgutschrift von vier Sekunden auf die Gesamtzeit.

Equalizer

Für die Athleten gab es in den frühen Morgenstunden ein Einzelzeitfahren zum „One Tree Hill“ – dem höchsten Punkt der Insel. Am Nachmittag folgte ein Schwimmen-Laufen-Schwimmen-Radfahren-Laufen Bewerb in welchem die Athleten mit dem Rückstand aus dem Einzelzeitfahren an den Start gingen.

Eliminator

Beim Eliminator haben die Athleten drei Supersprint Triathlonbewerbe zu absolvieren. Die Pause beträgt erneut jeweils 10 Minuten. Die besten 15 Athleten aus dem ersten Rennen durften im Zeiten Rennen starten. Für das Finale qualifizierten sich die besten 10 Athleten.

Gründe für den Erfolg des Formats

Warum zog die Premiere so viele Zuschauer an? Im Vorfeld war es in Europa etwas ruhig um den Event. Aber schon nach dem ersten Tag sprangen immer mehr Medien auf und berichteten von diesem neuen Format.

  • Kurze Wettkampfzeiten
    Mit nur 20 Minuten Wettkampfdauer ist vom ersten bis zum letzten Moment Spannung geboten. Für die Athleten ist es ein Mix aus Abwarten, jederzeit bereit zu sein und Attacke.
  • Streckenführung
    Die Radstrecke war eine 500 Meter lange Pendelstrecke mit einem 14% Anstieg und einer technischen Abfahrt. Alles spielte sich rund um die Wechselzone ab. Die zwei Laufkilometer waren in 4 Runden zu absolvieren. Rund um die Wechselzone entstand so ein enormer Hot Spot bei welchem sich zu jedem Zeitpunkt etwas abspielte.
  • Inszenierung
    Eine derartige Aufbereitung würden wir uns wohl alle für regelmäßige Triathlon Veranstaltungen wünschen. Sowohl die World Triathlon Serie wie auch IRONMAN können sich hier noch etwas abschauen. Interviews „während“ dem Rennen die einen neuen Einblick ergaben, tolle Vorberichterstattung und rasche Wiederholungen! Hier haben Chris McCormack und sein Team ein neues Level eröffnet!
  • Tolle Athleten
    Konkurrenten während den Bewerben, Freunde nach den Bewerben – das zeichnete die Athleten bei der Premiere aus. Und die Lockerheit war keineswegs gespielt.

Wie geht es weiter?

Chris McCormack hat bereits angekündigt, dass demnächst wohl auch Events für Frauen geplant sind. Die eine oder andere namhafte Athletin hat am Wochenende bereits in den sozialen Medien ihr Interesse bekundet. Mit diesem Format und ausgewählten Location kann der traditionelle Triahtlon eine neue Zielgruppe ansprechen und so einen großen Sprung ähnlich dem Biathlonsport schaffen. Wir erinnern uns an den Biathlon? Lange Zeit eine der wohl unattraktivsten Wintersportarten ist der Biathlon heute wohl einer der spannendsten Bewerbe im Winter. Bleibt abzuwarten, wie die ITU und IRONMAN darauf reagieren werden. Bei einem absehbaren Erfolg der Serie wäre es wohl nicht sehr unwahrscheinlich, würde IRONMAN erneut zuschlagen und sich die entsprechenden Rechte sichern.

Das Potential, langfristig im Spitzensport erfolgreich zu sein hat das Format allemal. Massentauglich für Altersklasseathleten ist es wohl nicht. Ich würde mich sehr freuen, wenn es in Zukunft zahlreiche weitere Bewerbe auch in Großstädten mit diesem Format geben würde.

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Über Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben - in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

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