Irischer Doppelsieg bei IM 70.3 Zell am See 1
Triathlon Szene Österreich

Irischer Doppelsieg bei IM 70.3 Zell am See

Drei Tage lang war der Pinzgau in fester Hand der Triathleten, 2000 Sportler, tausende Begleitpersonen und zahlreiche Fans verwandelten Zell am See-Kaprun in die Triathlon-Hauptstadt Europas. Neben der ausgelassenen Stimmung gab es aber noch eine weitere Konstante: Graue Regenwolken zogen pünktlich zum Start über den Pinzgau. Konträr dazu lieferten sich die einheimischen und internationalen Top-Athleten allerdings ein heißes Duell um den Sieg.

Vor allem die Österreicherin Eva Wutti drückte dem Rennen über weite Teile ihren Stempel auf. Die Siegerin des KMD IRONMAN Copenhagen wirkte zumindest zu Beginn überraschend frisch und angriffslustig. Bei Kilometer 56 übernahm die Kärntnerin auf dem Rad die Spitze und wechselte auch als erste Athletin auf die Laufstrecke, wo sie 18 Kilometer lange vorne blieb. Doch die Irin Eimear Mullen, Drittplatzierte des IRONMAN Austria in Klagenfurt, pirschte sich von hinten heran und hatte am Ende die schnelleren Beine. Wutti blieb “nur” der zweite Platz, Dritte wurde – wie bereits im Vorjahr – die PolinEwa Bugdol.

“Es war unglaublich hart und ich wusste auf den letzten beiden Kilometern wirklich nicht, ob ich es überhaupt bis ins Ziel schaffen werde. Am Rad hat jede Welle einfach weh getan – subjektiv hat es sich viel härter angefühlt als der KMD IRONMAN Copenhagen. Ich muss mich bei den unglaublichen Zuschauern hier in Zell am See-Kaprun bedanken, der zweite Platz gehört auch ihnen. Bei jeder Runde durch die Zeller Innenstadt habe ich Kraft und Zuversicht getankt, die Stimmung war einfach großartig”, sagte Eva Wutti nach dem Rennen.

Siegerin Eimear Mullen war von sich selbst überrascht: “Ich wusste erst ganz am Ende, dass es sich vielleicht ausgehen könnte und ich Eva noch einholen kann. Das Wetter war kein Problem, ich war am Rad sehr vorsichtig und das hat sich bezahlt gemacht. Ein Halbmarathon in einer Stunde und 20 Minuten gibt natürlich viel Selbstvertrauen.”

(Swim/Bike/Run – Total)
1.  Mullan, Eimear (IRL)      00:27:42  / 02:19:43 / 01:20:25             04:14:16
2.  Wutti, Eva (AUT)            00:25:57  / 02:18:22 / 01:24:10             04:15:04
3.  Bugdol, Ewa (POL)         00:25:21  / 02:18:49 / 01:26:40             04:17:31

Bei den Herren dominierte beim Schwimmen wie erwartet der Deutsche Jan Wolfgarten. Der Europameister (2009) über 1500 Meter auf der Kurzbahn kletterte nach nur knapp 22 Minuten aus dem Zeller See. Damit war der Auftritt allerdings vorbei, denn der SchweizerManuel Küng übernahm auf dem Rad die Führung, konnte sich allerdings nie entscheidend absetzen. Der Ire Gavin Noble blieb mit nur wenigen Sekunden Abstand am Hinterrad Küngs. Nach nur zwei Kilometern auf der Laufstrecke wurde es dann ernst: Noble schob sich an Küng vorbei. Letzterer wurde in Folge durchgereicht und spielte keine Rolle mehr für den Rennausgang.

Nach zehn Kilometern war dann die “Endaufstellung” erreicht – das Spitzentrio aus Noble, dem Deutschen Nils Frommhold und dem italienischen Vorjahressieger Alessandro Degasperi ließ nichts mehr anbrennen. Für Noble, der sonst auf der ITU Kurzstrecke zu Hause ist, holte gleich bei seinem ersten IRONMAN 70.3-Rennen den ersten Sieg, Frommhold wurde glücklicher Zweiter, Degasperi Dritter.

“Ich weiß, dass ich noch viel lernen muss, um auf der Halbdistanz bestehen zu können. Heute war auch viel Glück dabei, aber ich bin überglücklich. Erst beim letzten Wendepunkt auf der Laufstrecke habe ich mir gedacht, dass es sich ausgehen kann”, sagte Sieger Gavin Noble und setzte fort: “Ich war eigentlich immer davon überzeugt, dass mich Nils oder Alessandro noch abfangen werden.”

Bester Österreicher wurde der Pinzgauer Lukas Hollaus, der Platz acht holte: “Es war viel härter als im letzten Jahr, wo ich ja Sechster wurde. Ich muss ganz ehrlich sein – ab Kilometer 80 bis ins Ziel war es ein einziger Kampf und ich hatte auch muskuläre Probleme. Natürlich war die Spitze extrem knapp beisammen, aber ich muss mit dem Resultat wirklich zufrieden sein. Nur noch eines: Diese Fans entlang der Strecke sind einfach ein Wahnsinn.”
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