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Triathlon Szene Österreich

Jorgensen vor Titelverteidigung in Chicago

Am Freitag wird der Weltmeisterschaftstitel bei den Damen in Chicago vergeben. Nur 300 Punkte trennen die Führende Gwen Jorgensen von ihrer Verfolgerin Katie Zaferes. Beide kommen aus den USA. Bei den Heimweltmeisterschaften werden zahlreiche Amerikaner für Jorgensen schreien, kommt sie doch aus dem nahe gelegenen Milwaukee in Wisconsin. Sie geht auch als große Favoritin in den letzten Bewerb. Die letzten 11 World Triathlon Serie Bewerbe, bei denen die Amerikanerin am Start stand konnte Jorgensen für sich entscheiden. Den Titel streitig machen können ihr nur ihre beiden Landsfrauen Katie Zaferes und Sarah True auf Rang Drei.

Das Schwimmen

Unruhiges Wasser wird die Athleten im Lake Michigan erwarten. Carolina Routier aus Spanier und Claudia Rivas aus Mexiko zählen zu den stärksten Schwimmerinnen bei den Damen und führen das Feld regelmässig aus dem Wasser. Aber auch Katie Zaferes und vor allem Sarah True haben schon gezeigt, dass sie im Wasser einen Abstand auf die gejagte Gwen Jorgensen herausschwimmen können. Einen Abstand, den sie auch brauchen werden, wenn die beiden Amerikanerinnen noch von einem Weltmeisterschaftstitel träumen wollen.

In der ersten großen Gruppe können sich auch Emma Moffatt aus Australien, Pamela Oliveira aus Brasilien, die Britin Jelen Jenkins und Andrea Hewitt aus Neuseeland sowie Vicky Holland aus England befinden. Das Schwimmen zählt nicht zu Stärken von Gwen Jorgensen. Kann Jorgensen mit den schnellsten Damen aus dem Wasser steigen, ist ihr der Titel kaum noch zu nehmen.

Das Radfahren

Das Rad fahren ist Großteils flach, mit einigen technischen 90 Grad Kurven die sich für Attacken eignen. 9 Runden gilt es zu absolvieren, um auf die Distanz von 40 Kilometer zu kommen. Von hoher Geschwindigkeit vor den Kurven abzubremsen, und anschliessend wieder zu beschleunigen verlangt den Athleten alles ab. Eine der besten Radfahrerinnen heuer war Flora Duffy von den Bermudas. Duffy kann auch im Wasser mit den schnellen Damen mithalten. Kombiniert mit ihrer Stärke am Rad kann sie der entscheidende Akzent sein, um eine Ausreissergruppe vor dem großen Hauptfeld zu halten. Andrea Hewitt zählt ebenfalls zu den starken Radfahrerinnen und kann gemeinsam mit Duffy für ein hohes Tempo sorgen. Der Neuseeländerin fehlen nur 191 Punkte um den Sprung auf das Weltmeisterschaftspodium zu schaffen und den Sweep der Amerikanerinnen zu verhindern.

Jenkins, True, Holland und Jorgensen werden mit ihrer Radstärke nicht aus dem Feld oder eine Führungsgruppe zurückfallen. Die Deutsche Anne Haug kann hingegen eine Verfolgergruppe an die Führenden heranführen. Sie zählt nicht zu den besten Schwimmerinnen, allerdings zu einer der stärksten Radfahrerinnen bei den Damen im Weltcup. Non Stanford hatte heuer noch keine konstante Schwimmform. Schwimmt sie mit den Besten mit, wird sie auch in der Führungsgruppe alles daran setzen, um keine Verfolgerinnen näher kommen zu lassen. Liegt sie nach dem Schwimmen im Hauptfeld, wird sie in diesem Gas geben, um den Abstand nach vorne zu verringern.

Der Lauf

Keine Frage – das ist die Domäne von Gwen Jorgensen. Jorgensen hatte im Vorjahr in Chicago eine Minute Rückstand auf die Spitze und lief zum Sieg. Selbiges vollbrachte sie auch in Edmonton im Vorjahr, um ihren ersten Weltmeisterschaftstitel zu gewinnen. Heuer kam sie meistens gemeinsam mit der Spitze bereits in der zweiten Wechselzone an und zog dann von vorne ihren Konkurrenten davon.

Aber Stanford und Holland meldeten sich nach Verletzungspausen mit ähnlich starken Läufen zurück. Beim Test Event in Rio und in Hamburg hielten die beiden Damen schon lange mit Jorgensen mit.

Perterer und Vilic für Österreich am Start

Startnummer 17 gehört Lisa Perterer. Perterer ist schon sicher für die Olympischen Spiele in Rio im nächsten Jahr qualifiziert. Sie startete mit Rang 3 beim Weltcupbewerb in Chengdu in ihre Saison. Nach Plan 11 beim World Triathlon Serie Bewerb in Yokohama folgten verletzungsbedingt drei DNF in Huatulco, in Rio und in Edmonton. In Chicago kann die smarte Kärtnerin aber wieder voll angreifen.

Mit Startnummer 50 wird Sara Vilic in den Bewerb gehen. In Genf musste Vilic bei den Europameisterschaften vorzeitig aussteigen. Danach folgten Rang 27 beim World Triathlon Serie Bewerb in Hamburg und Rang 34 beim Test Event in Rio, ehe sie sich beim Weltcupbewerb in Tiszaujvaros Richtung Top 10 bewegte.

Das Grand Final der Damen startet am Samstag, 19. September um 00:00 Uhr unserer Zeit.

Das Weltmeisterschafts Ranking

Position Vorname Nachname Land Punkte
1. Gwen Jorgensen USA 4000
2. Katie Zaferes USA 3700
3. Sarah True USA 3322
4. Andrea Hewitt NZL 3131
5. Vicky Holland GBR 2926
6. Flora Duffy BER 2749
7. Rachel Klamer NED 2220
8. Emma Moffatt AUS 2211
9. Barbara Riveros CHI 2118
10. Rebecca Robisch GER 2086
17. Lisa Perterer AUT 1644
56. Sara Vilic AUT 639
74. Julia Hauser AUT 436

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Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben - in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

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