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IRONMAN Hawaii: Frodeno holt den Titel

72 % der Athleten des IRONMAN Hawaii waren 2015 Männer – immerhin 664 Damen waren am Start. Die 28 % Damen sind das größte Damenfeld in der Geschichte des IRONMAN Hawaii. Im Vergleich zum Vorjahr immerhin eine Steigerung um 6 %.

Das Schwimmen bei den IRONMAN Weltmeisterschaften auf Hawaii

Pünktlich um 06:25 Uhr starteten die Profi Herren ihren Weltmeisterschaftsbewerb. Schnell teilte sich das Feld in zwei Gruppen. Eine große Gruppe auf der rechten Seite mit dem direkten Weg zur ersten Boje und eine zweite Gruppe mit den schnellen Schwimmern Andy Potts und Jan Frodeno, die schnell ihre eigene Linie schwammen. Bereits nach 5 Minuten setzten sich Andy Potts und Dylan McNeice und Tim Don von der Verfolgergruppe ab. Die Verfolgergruppe wurde angeführt von IRONMAN 70.3 Weltmeister und IRONMAN Europameister Jan Frodeno. Die zweite Verfolgergruppe auf der rechten Seite wurde unter anderem von Marino Vanhoenacker angeführt.

Luke McKency mit Sebastian Kienle schwimmen nach 1.500 Metern noch in der ersten großen Verfolgergruppe. Die Spitzengruppe wird angeführt von Andy Potts. Das Trio bestand bei der ersten Wende aus Andy Potts, Dylan McNeice und Jan Frodeno. Etwa 1:15 Minuten hinter Kienle der mehrmalige IRONMAN Austria Sieger Marino Vanhoenacker. Die ebenfalls starken Radfahrer Ronnie Schildknecht und Maik Twelsiek lagen bereits weitere 45 Sekunden hinter Vanhoenacker.

Während Andy Potts und Dylan McNeice Schulter an Schulter schwammen, setzte sich Jan Frodeno an ihre Beine und profitierte so vom Schwimmsog.

Dylan McNeice stieg als erster Athlet aus dem Wasser. Dicht gefolgt von Jan Frodeno. Kurz dahinter Andy Potts. Der Neuseeländer McNeice war in seiner Jugend Schwimmer und wechselte erst 2004 zum Triathlon.

Am Ende der ersten Gruppe auch Sebastian Kienle, der sich in der Wechselzone Zeit ließ um seinen Triathlonanzug ordentlich sauber anzuziehen. Sein Rückstand nach dem Schwimmen 1:46 Minuten auf die Spitze. Marino Vanhoenacker hat nach 3,8 Kilometern bereits 5 Minuten Rückstand.

Michi Weiss kommt nach aus dem 01:01:17 Stunden hinter den ersten Damen aus dem Wasser.

TOP 10 nach dem Schwimmen

1 00:50:48 Dylan McNeice 
2 00:50:50 Jan Frodeno 
3 00:50:56 Andy Potts 
4 00:52:21 Christian Kramer 
5 00:52:23 Nils Frommhold 
6 00:52:25 Romain Guillaume 
7 00:52:25 Tim Don 
8 00:52:26 Jeremy Jurkiewicz 
9 00:52:27 Andreas Raelert 
10 00:52:02 Brad Kahlefeldt
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Das Radfahren von Kona nach Hawi und retour

Jan Frodeno liegt nach 5 Meilen auf dem Rad 16 Sekunden vor Andy Potts, Dylan McNeice ist eine Minute zurück. Bereits auf den ersten Meilen stürzte der IRONMAN Texas Sieger, der IRONMAN North America Champion Matt Hanson und musste einige Minuten warten und auf ein Ersatzrad der Veranstalter zurückgreifen. Er knallte mit etwa 60 km/h die Palani Road runter in die Bande. Von hinten schoss auf den ersten Meilen am Queen K Highway Sebastian Kienle nach vorne und reihte sich vor Andy Potts ein. Sein Rückstand auf Jan Frodeno nur mehr 1:10 Minuten nach etwa 30 Minuten auf dem Rad.

Etwa 11 Minuten zurück starteten Michi Weiss und der ebenfalls starke Radfahrer Lionel Sanders die Aufholjagd.

Ebenfalls eine kleine Aufholjagd startete Sebastian Kienle. Der Vorsprung von Jan Frodeno schmilzt schnell dahin. Nach 18 Meilen hatte er den Europameister eingeholt und überholt. Frodeno wechselte kurz in die Oberlenkerhalterung – blickt zurück – und entscheidet sich, mit der Verfolgergruppe mit 30 Sekunden Rückstand mitzufahren. Doch nach wenigen Sekunden überlegte es sich Frodeno anders und setzte sich wieder hinter Kienle. Doch bereits frühzeitig greift Frodeno immer wieder auf das Oberrohr. Romain Guillaume schliesst zum deutschen Duo Kienle – Frodeno auf und nimmt eine ganze Gruppe an Athleten mit.

Die Bedingungen entlang der Strecken waren zu Beginn hervorragend – kaum Wind entlang der Strecke nach Waikoloa, wo erst leichter Wind einsetzte. Dafür ist es allerdings schon ziemlich heiß an der Strecke.

Bisher ein extrem taktischer Bewerb der Herren. Kienle setzte zur Aufholjagd an – setzte sich an die Spitze und nahm danach das Tempo heraus. Die Durchgangszeit nach etwa der Hälfte am Weg nach Hawi lag etwa 2 Minuten hinter jener des Vorjahres.

Von hinten kamen Ben Hoffman und Andi Böcherer nach vorne. Eigentlich wollte ja Sebastian Kienle im Anstieg nach Hawi attackieren – bisher war davon noch nichts zu sehen. Attackiert Kienle – kann wohl im Moment kaum jemand der Attacke standhalten. Die große Gruppe fuhr dann gemeinsam bis zum Wendepunkt nach Hawi.

TOP 15 beim Wendepunkt in Hawi

1 03:17:35 Timothy O’Donnell 
2 03:17:37 Ben Hoffman 
3 03:17:39 Frederik Van Lierde 
4 03:17:41 Sebastian Kienle 
5 03:17:42 Jan Frodeno 
6 03:17:44 Andi Boecherer 
7 03:17:45 Tyler Butterfield 
8 03:17:47 Luke McKenzie 
9 03:17:48 Tim Don 
10 03:17:49 Brent McMahon 
11 03:17:51 Andy Potts 
12 03:17:53 Romain Guillaume 
13 03:17:55 Eneko Llanos 
14 03:17:57 Timothy Van Berkel 
15 03:17:58 Andreas Raelert 

 

 

Die ersten Impressionen von der Radstrecke der IRONMAN World Championship

Posted by trinews.at on Samstag, 10. Oktober 2015

Am Weg zurück kam es bei Rückenwind zu Höchstgeschwindigkeiten. Sebastian Kienle und Jan Frodeno fuhren mit einer Übersetzung von 55/11 und einer Trittfrequenz von etwa 100 Umdrehungen pro Minute. Den Geschwindigkeitsrekord stellte allerdings Marino Vanhoenacker etwa fünf Minuten hinter den Spitzenreitern auf. Er fuhr ein Höchsttempo von 112 km/h auf der Abfahrt von Hawi.

Nachdem die Spitze bereits wieder in der Abfahrt ist, begann es in Hawi zu regnen. Tim O’Donnel setzte eine Attacke und öffnete einen kleinen Abstand von bis zu 90 Sekunden auf seine ersten Verfolger Andi Böcherer, Sebastian Kienle, Ben Hoffmann, Jan Frodeno und deren Mitstreiter. Währenddessen hatte Andreas Raelert einen Platten, der ihn beim Stehen bleiben zu Sturz brachte. Nach dem Reifenwechsel konnte er allerdings den Wettkampf wieder aufnehmen – verlor dadurch etwa eine Minute.

Bei Meile 85 startete der deutsche Angriff. Jan Frodeno und Sebastian Kienle flohen aus der Verfolgergruppe nach vorne und verringerten den Abstand auf Tim O’Donnel in schnellen Schritten. Nach 4:30 Stunden Renndauer und bei Meile 95 übernahm Jan Frodeno die Führung vor dem Amerikaner und Sebastian Kienle auf Rang 3.

Das Trio fuhr gemeinsam in Richtung zweite Wechselzone und drückte nochmals gemeinsam aufs Tempo. Die Führung im Trio wechselte regelmäßig. Ein paar Meilen vor der Wechselzone zog Frodeno das Tempo nochmals an. Tim O’Donnel ging die Attacke mit während Sebastian Kienle die Beiden ziehen lassen musste – aber auch O’Donnel konnte die Attacke nicht bis in die zweite Wechselzone mitgehen, und so kam Jan Frodeno als Führender in die zweite Wechselzone.

Auf den letzten 6 Meilen konnte Frodeno noch etwa 30 Sekunden auf den Amerikaner und fast eine Minute auf seinen Landsmann herausfahren. Frodeno legte die 180 Kilometer in 4:27:28 Stunden zurück, Sebastian Kienle in 4:25:53 und 4:25:11 benötigte Maik Twelsiek und hatte damit die schnellste Radzeit.

Michi Weiss mit der zehntschnellsten Radzeit von 04:28:34 Stunden auf seinem neuen Rad.

TOP 10 Radzeiten

1 04:25:11 Maik Twelsiek 
2 04:25:53 Sebastian Kienle 
3 04:26:13 Timothy O’Donnell 
4 04:26:56 Eneko Llanos 
5 04:27:18 Frederik Van Lierde 
6 04:27:27 Marino Vanhoenacker 
7 04:27:28 Jan Frodeno 
8 04:27:52 Brent McMahon 
9 04:27:58 Andi Boecherer 
10 04:28:34 Michael Weiss

Frederic Van Lierde fuhr im Durchschnitt 277,5 Watt (NP 301 Watt).

TOP 14 in der zweiten Wechselzone

1 05:20:08 Jan Frodeno
2 05:20:38 Timothy O’Donnell 
3 05:21:03 Sebastian Kienle 
4 05:21:47 Eneko Llanos 
5 05:22:07 Frederik Van Lierde 
6 05:22:08 Brent McMahon 
7 05:23:13 Ben Hoffman 
8 05:23:43 Andi Boecherer 
9 05:24:09 Tyler Butterfield 
10 05:24:15 Maik Twelsiek 
11 05:25:12 Andreas Raelert 
12 05:25:20 Andy Potts 
13 05:25:26 Romain Guillaume 
14 05:26:05 Marino Vanhoenacker
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Der Marathonlauf

Die Bedingungen auf dem Alii Drive sind extrem. Die Hitze ist besonders heftig, da kaum Wind weht. 32 Grad Außentemperatur, aber vor allem der Asphalt ist extrem aufgeheizt.

Jan Frodeno läuft, als wäre es ein Halbmarathon. Die ersten 2.96 Meilen (ca 4,8 Kilometer) ist er in 17:24 Minuten gelaufen. Das entspricht einem Meilenschnitt von knapp 5.30 Minuten. Nach der Wende pendelte sich Frodeno bei einer Pace von 06:10 Minuten pro Meile ein. Tim O’Donnell bereits mit Respektabstand und Frederic Van Lierde, Llanos und McMahon rücken Kienle immer näher.

Den besten Eindruck am Alii Drive machte neben Jan Frodeno aber Andi Raelert – der still und heimlich bereits auf Rang 4 nach vorne lief. Am Highway bei Meile 12 lief Raelert auch an Sebastian Kienle auf Rang 3 vor.

Erneut musste Marino Vanhoenacker auf der Laufstrecke aussteigen.

 

 

I’m out !Swim : nothing; no pace no powerBike : 2 hours no power / 1 hour hope / 1h30 no powerRun : empty and cooked in 1 hourGodvermiljaardedju

Posted by Marino ‚Bink‘ Vanhoenacker on Samstag, 10. Oktober 2015

 Das war wohl das wirklich letzte antreten von Marino Vanhoenacker auf Big Island.

Beim Halbmarathon hatte Tim O’Donnel den Rückstand wieder auf 68 Sekunden verkürzt. Andi Raelert macht Druck von hinten auf die beiden Führenden und Jan Frodeno zeigt erste Schwächen. Ben Hoffmann, der auf dem Rad für Akzente sorgte geht bereits beim Halbmarathon Richtung Energy Lab und fällt aus den Top 10.

Doch Frodeno erholte sich von seinem kurzen Tief schnell und vergrößerte im Energy Lab den Vorsprung wieder auf 1:50 Minuten vor Tim O’Donnel. 53 Sekunden dahinter Andi Raelert bei der Wende im Energy Lab. Währenddessen wuchs der Rückstand von Sebastian Kienle auf 6:25 Minuten an.

Jan Frodeno hat den Abstand auf Tim O’Donnell deutlich vergrößert – für ihn war das Energy Lab der Ort, um Boden gut zu machen. O’Donnell ist 3:01 zurück bei Meile 19.26 – Raelert weitere 51 Sekunden zurück. Im Energy Lab verlor Sebastian Kienle Rang 4 an Andy Potts.

2 Meilen vor dem Ziel bei der Labe schloss Andi Raelert zu Tim O’Donnel auf. Wenige Augenblicke später ging Raelert am Amerikaner vorbei auf Rang 2 – der Moment des IRONMAN Hawaii 2015.

In 8:44:30 Stunden wird Michael Weiss 16

 

Olympiasieger – IRONMAN Europameister – IRONMAN 70.3 Weltmeister und nun IRONMAN Weltmeister – welch eine Karriere des Deutschen Jan Frodeno.

 

 

Jan Frodeno: „Ich bin total glücklich. Ich hatte eine gute Laufform, aber es war brutal, hier war kein Schatten, gar nichts. Du bekommst den Puls einfach nicht mehr herunter. Jeder hat über mich gelacht, als ich mir alles an Eis genommen habe, aber das ist jetzt völlig egal. Ich möchte mich bei jedem bedanken, der mir geholfen hat!“

Tim O’Donnell: „Es war absolut mein bestes Rennen in Kona. Andy ist ein unglaublicher Racer, es war extrem hart. Ich bin glücklich“

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Ekoi

Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben - in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

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