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Triathlon Szene Österreich

Erfolgreiche österreichische Riverthlon-Premiere in Waidhofen an der Ybbs

Die in Europa immer beliebter werdenden Sportarten Triathlon, Aquathlon und Duathlon sind seit 26. August 2017 um eine neue Disziplin – den Riverthlon- reicher. Geschwommen wird dabei abwechselnd im malerischen Fluss Ybbs (daher der Name vom englischen River) und gelaufen am Flussufer durch das kleine Städtchen Waidhofen an der Ybbs im Mostviertel und das je nach Disziplin in mehreren Intervallen.

Die Idee zu diesem Wettkampf hatte der Veranstalter -die österreichische Wasser-Rettung Waidhofen -bei einem gemütlichen Feierabendbierchen und der gemeinsamen Überlegung nach einer Möglichkeit Geld für einen längst notwendigen Ankauf eines neuen Einsatzbusses aufzutun. Die Idee etwas auf dem Wasser – der mitten durch den Ort fließenden Ybbs- zu machen, war schnell geboren. Da es in Waidhofen auch eine starke Lauf- und Triathloncommunity gibt (der dortige Stadtlauf zieht jährlich 1000 Läufer an) wurde beschlossen, das Schwimmen mit einem Lauf zu kombinieren. Der Riverthlon wurde aus der Taufe gehoben.

Bei traumhaftem Wetter gab der Waidhofner Sportstadtrat Peter Engelbrechtsmüller per Hupe das Startsignal zur Langdistanz, der sich 23 Männer und Frauen stellten, darunter Finisher des Ironman Hawai, Finisher zahlreicher Langstreckenschwimmbewerbe aber auch Triathlon-Rookies im 1. Bewerbsjahr. Bereits am Start mussten sich die Starter der ersten Herausforderung mit einer schwimmenden Überquerung der Ybbs stellen, was aufgrund der dort herrschenden Strömung für viele etwas ungewohnt war. Gleich danach galt es die steilen Böschungsfelsen zum idyllischen Schloss Waidhofen hochzuklettern, um dann durch den schönen Schlosshof und die mittelalterliche Innenstadt zu laufen. Anschließend wechselnden sich stromaufwärts Schwimm- und Laufstrecken ab, bis an der Boje gewendet und nun stromabwärts nochmals die gleiche Strecke zurückgelegt werden musste. Am Ende der Strecke galt es dann für die abermalige Durchquerung der Ybbs sämtliche verbleibende Kraftreserven zu mobilisieren. Die Wasser-Rettung sorgte dafür, dass dabei niemand am Ende seiner Kräfte von der Strömung abgetrieben wurde. Johannes Löbersorg vom Team Ybbstaler Solebad aus Göstling legte die 2,7 km Schwimm- und 4,4 km Laufstrecke in einer tollen Zeit von 1:05:06 zurück und holte sich damit den Tagessieg. Die schnellste Frau Sarah Frühwirth aus Perchtoldsdorf vom Langstreckenschwimmverein Waterbecks finishte als Gesamtzweite mit 1:07:58 und gewann damit die Damenwertung.

Auf der Kurzdistanz finishten 32 männliche und weibliche Athleten auf der 1 km Schwimm- und 1,3 km Laufstrecke, bei der ebenfalls die Ybbs zweimal gequert werden musste. Unter den Teilnehmern fanden sich zahlreiche Newcomer im Schwimmsport wie auch Florian (29), der extra aus Tirol angereist war: „Ich habe viel im Schwimmbad trainiert und auch 3 km Schwimmen waren im Becken kein Problem, aber die Kälte im Fluss habe ich trotz Neopren unterschätzt. Doch nächstes Jahr komme ich wieder.“ Die gebürtige Waidhofnerin Ursula (53) wollte mal was Neues ausprobieren: „Ich habe noch nie an irgendeinem Bewerb teilgenommen und freue mich sehr, dass ich obwohl ich nur Brustschwimmerin bin, bei dem Bewerb so gut abgeschnitten habe.“ Nach 24:05 min holte sich Philipp Kennedy aus Wien den Sieg bei den Herren. Christa Frühwirth aus Perchtoldsdorf vom Team Waterbecks gewann mit 30:59 min vor den Lokalmatadorinnen des ortsansässigen Damen-Triathlonteams Woman goes tri.

Von den strahlenden 55 Finishern gab es für die Veranstalter der Wasser-Rettung Waidhofen nur Lob und Komplimente. Auch wenn der Grundstein für die Finanzierung des Einsatzbusses dank des 1. erfolgreichen Riverthlons gelegt ist, denkt die Wasser-Rettung daran diesen Bewerb 2018 weiterzuführen, während so mancher Bewerber bereits daran denkt, mit welchem Training er/sie 2018 die 1 Stunden Siegerzeit unterbieten kann.

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Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben – in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen.

Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

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