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Photo: ironman.com

Patrick Lange: Deutscher Premierensieger bei den IRONMAN World Championship 2017

Traumbedingungen bei den IRONMAN World Championship 2017 in den frühen Morgenstunden in Kailua-Kona. Das Pier um den Dig-Me Beach gefüllt mit tausenden von Zuschauern in diesem sonst verschlafenen Dörfchen Kailua-Kona.

Pünktlich um 06:35 Uhr starteten die Profi Athleten mit dem Österreicher Michi Weiss ihren Wettkampf. Während sich an der Spitze der Australier Josh Amberger deutlich absetzen konnte, prügelten sich in der Verfolgergruppe Patrick Lange und Ben Hoffman. Sebastian Kienle hatte nicht sein bestes Schwimmen. In den Jahren mit seinen besten Ergebnissen hielt er Kontakt zur Spitzengruppe bis zum Wendepunkt im Wasser. Heuer musste er bereits nach wenigen hundert Metern die Gruppe ziehen lassen und fand sich in einer Verfolgergruppe gemeinsam mit Lionel Sanders. Hinter Amberger schwammen die beiden Trainingskollegen Jan Frodeno und Nicholas Kastelein.

Amberger stieg mit deutlichem Vorsprung von 01:19 Minuten vor Jan Frodeno aus dem Wasser. Mit 47:09 Minuten verpasste Amberger den Schwimmrekord von Lars Jorgensen mit 46:41 nur knapp. Hinter Frodeno eine Gruppe mit 32 Athleten. Lionel Sanders und Sebastian Kienle kamen auf den Plätzen 40 und 41 aus dem Wasser. Sanders hatte einen Rückstand von 6:33 Minuten und Sebastian Kienle verlor 6:36 Minuten auf Josh Amberger.

Boris Stein, im letzten Jahr schnellster Athlet über die 180 Kilometer übernahm in der Verfolgergruppe am Weg aus Kailua-Kona heraus das Kommando. Er überholte Sebastian Kienle und gemeinsam machten sie sich auf die Verfolgungsjagd. Die starke Gruppe mit dem ehemaligen Radprofi Cameron Wurf und Lionel Sanders konnte bis Waikoloa rund die Hälfte des Rückstandes weg machen. An der Spitze fuhren 29 Athleten innerhalb von einer Minute. An der Spitze immer der Australier Josh Amberger.

Nach 2:43 Stunden im Rennen holten Kienle und Sanders die Spitzengruppe ein und überholten Jan Frodeno, Patrick Lange und die weiteren Favoriten auf den Sieg. Fünf Minuten später wurde Josh Amberger an der Spitze von Lionel Sanders abgelöst. Das Tempo zu diesem Zeitpunkt? Harakiri! Die Führenden waren in Kawaihae sieben Minuten vor der letztjährigen Durchgangszeit. Bis Hawi fuhr eine große Gruppe gemeinsam zum Wendepunkt. Durch die Tempoverschärfung von Sanders verkleinerte sich die Gruppe von etwa 30 Athleten auf knapp zwölf Athleten. In Hawi setzte Cameron Wurf, ehemaliger Ruderolympiateilnehmer und Radprofi seine erste Attacke und setzte sich etwas von der Verfolgergruppe bei der Labestelle ab. Wulf gewann vor fünf Wochen den IRONMAN Wales mit einem starken Radsplit an einem sehr windigen Tag. Patrick Lange war das erste Opfer der Tempoverschärfung. Er verlor auf den letzten Kilometern bis zum Wendepunkt über zwei Minuten.

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Bevor es am Retourweg auf den Queen K Highway zurück ging schloss Kienle zu Wurf auf. Die beiden hatten etwa eine Minute Vorsprung auf die Verfolgergruppe mit Jan Frodeno, der das Tempo hoch hielt um den Vorsprung von Kienle nicht zu groß werden zu lassen. Zwischen dem Spitzenduo und Frodeno fur noch Lionel Sanders, der nach einer kurzen Rast wieder den Rückstand von 40 Sekunden wett machen konnte und nach Waikolia wieder die Führung übernahm. Der Tempoverschärfung von Sanders fiel Kienle zum Opfer, der das Duo ziehen lassen musste. Am Weg zurück Richtung Flughafen bildeten sich zwei Gruppen an der Spitze. Ganz vorne Wurf und Sanders. Dahinter wird Sebastian Kienle von Frodeno, Cunnama, Frommhold und Hoffman gejagt.

Cameron Wurf ging mit Vorsprung von 54 Sekunden vor Lionel Sanders in die zweite Wechselzone. Sebastian Kienle folgte mit einem Rückstand von 1:36 Minuten. Mit 4:12:54 Stunden unterbot Wurf den Streckenrekord von Norman Stadler um über fünf Minuten. Jan Frodeno lief mit 2:26 Minuten Rückstand leicht gezeichnet aus der zweiten Wechselzone.

Nach wenigen Kilometern überlief Sanders Wurf und setzte sich an die Spitze des Feldes. Zur gleichen Zeit kam Jan Frodeno in große Trubel. Der Deutsche zweifache Weltmeister verlor über zehn Minuten und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht mehrere Male stehen bleiben. Neben Frodeno haben auch Wurf und Cunnama große Probleme und legen immer wieder Gehpausen ein.

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Während Sanders auf den ersten Kilometern den Vorsprung auf Kienle auf 2:30 Minuten ausbauen konnte, begann für Jan Frodeno dahinter ein langer Arbeitstag. Der Deutsche versuchte immer wieder zu laufen, musste aber immer wieder stehen bleiben um zu dehnen. Trotz muskulärer Probleme machte er sich auf, den Marathon zu finishen. Von hinten kam Patrick Lange angeflogen. Der Laufstrecken Rekordhalter auf Hawaii lief als einziger Athlet schneller wie das Führungsduo. Am Weg zurück vom Energy Lab nach Kailua-Kona ging Patrick Lange an Sebastian Kienle vorbei und setzte sich auf Rang zwei. Der Tradition folgend, fiel die Entscheidung auch heuer nicht „in Kailua Kona“ – sondern vor der Kreuzung mit der Palani Road. Nach 37 Kilometern überflog Lange auch den bis dahin Führenden Sanders und lief seinem ersten Sieg entgegen. Der Sieg war dem jungen Deutschen mit seinen 31 Jahren nicht mehr zu nehmen.

Hinter Lange holte sich Lionel Sanders Rang zwei vor David McNamee auf Rang drei.

Top 10 Herren bei den IRONMAN World Championship 2017

1 8:01:40 Patrick Lange
2 8:04:07 02:27 Lionel Sanders
3 8:07:11 05:31 David McNamee
4 8:09:59 08:19 Sebastian Kienle
5 8:11:24 09:44 James Cunnama
6 8:13:06 11:27 Terenzo Bozzone
7 8:14:43 13:04 Andy Potts
8 8:18:21 16:42 Patrik Nilsson
9 8:19:26 17:46 Ben Hoffman
10 8:22:24 20:44 Boris Stein
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Über Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben – in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen.

Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

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