Amanda Stevens zeigte bei den Damen gleich, wer sich im Wasser behaupten kann und konnte einige Zeit in der grossen Gruppe mit den besten Herren mitschwimmen. Stevens war bereits am Tag vor dem Wettkampf ungewöhnlich lange im Wasser und hat sich scheinbar mit den harten Bedingungen angefreundet. Gemeinsam mit Stevens in der Spitzengruppe Lucie Zelenkova, die beim IRONMAN Frankfurt bereits das Tempo im Wasser mitbestimmt hat. Sie hat aber bereits einen Rückstand von etwa 70 Metern. Mit Zelenkova gemeinsam schwimmt die dritte Dame im Rennen Julie Dibens.

Am Ende der grossen Männer – Verfolgergruppe auch die beiden Britinnen Chrissie Wellington und Leanda Cave. Nach etwa der Hälfte der Schwimmstrecke führt Amanda Stevens das Damenfeld vor Leanda Cave an. Dahinter auf den Rängen drei und vier Kelly Williamson und Julie Dibens. Mit den Männern steigen auch Amanda Stevens und Julie Dibens aus dem Wasser. Auf dem Rückweg hat auch Mirinda Carfrae etwas auf die Spitze verloren. Die starke Läuferin steigt gemeinsam mit der starken Radfahrerin Caroline Steffen aus der Schweiz auf das Rad. Ein Vorteil für Carfrae?

Die TOP 10 Damen nach dem Schwimmen:

00:51:54 Stevens, Amanda
00:51:58 Dibens, Julie
00:52:30 Zelenkova, Lucie
00:53:54 Cave, Leanda
00:53:56 Joyce, Rachel
00:55:49 Williamson, Kelly
00:55:54 Ellis, Mary Beth
00:57:15 Steffen, Caroline
00:57:17 Carfrae, Mirinda
00:57:18 Nishiuchi, Maki

Chrissie Wellington kommt nach etwas über einer Stunde (01:01:03 Stunden) aus dem Wasser – ihre bisher langsamste Zeit auf Kona. Sie läuft auch nicht rund in die Wechselzone – es sieht eher humpelnd aus. Ihr rechtes Bein scheint ihr Probleme zu machen.

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Nach 20 Kilometern führt bei den Frauen Julie Dibens mit 3 Minuten vor Lucie Zelenkova. Chrissie Wellington liegt etwa 3 Minuten hinter der Vorjahressiegerin Mirinda Carfrae – auf Julie Dibens scheint sie etwas Zeit verloren zu haben.

Dibens führt nach 32 Kilometern vor einer – nun zusammengewachsenen Verfolgergruppe mit: Zelenkova, Steffen, Cave, Joyce – mit 4:30 Minuten Vorsprung.

Im Frauenrennen ist es im Moment etwas spannender als bei den Männern, denn Chrissie Wellington büßt mehr Zeit ein. Dibens führt nach knapp 45 Kilometern mit 4:15 Minuten vor Caroline Steffen. Dahinter folgt eine kleine Gruppe mit Cave, Joyce und Zelenkova, die 5:10 zurückliegt. Mirinda Carfrae liegt 8:20 zurück. Wellington kommt erst nach einer kleinen weiteren Gruppe mit 11:10 Minuten Rückstand. Der erste IRONMAN Bewerb, bei dem Chrissie Wellington im direkten Duell mit Konkurrentinnen geschlagen wird?

Nach rund 60 Kilometern liegt Dibens 5:30 Minuten vor Steffen. Und die Schweizerin macht offenbar richtig Druck. Denn Cave und Joyce sind nun bereits eine Minute von ihre abgefallen, der Rückstand beträgt 6:30. Wie hat Chrissie Wellington vor dem Rennen in der Pressekonferenz gesagt: “Ich erwarte ein großes Rennen.” Aber danach sieht es überhaupt nicht aus. Zwischen Meile 41 und 51 hat sie weitere 4 Minuten auf Dibens verloren.

Julie Dibens ist als Führende in Hawi: Ihre Rennzeit beträgt 3:26:52 Stunden – sie ist damit nur genau 12:01 Minuten nach Marino Vanhoenacker über die Zeitmessmatte bei Meile 59 gefahren. Sie fährt nicht nur das Frauenfeld auseinander, sondern vielmehr auch die weltbesten Männer.

Die TOP 10 Damen in Hawi:

03:26:52 Dibens, Julie
03:34:27 Steffen, Caroline
03:37:46 Joyce, Rachel
03:37:49 Cave, Leanda
03:40:49 Zelenkova, Lucie
03:41:59 Wellington, Chrissie
03:42:30 Berasategui, Virginia
03:42:32 Warriner, Samantha
03:42:38 Carfrae, Mirinda

Julie Dibens scheint Freude mit ihrem Rad zu haben. Sie liegt nur 15 Minuten hinter dem Spitzenfeld der Männer. Sie führt einsam das Feld der Damen an.  Bei den Frauen haben alle auf Julie Dibens viel Zeit verloren – nur Karin Thürig nicht. Nach dem Schwimmen betrug ihr Rückstand auf Dibens 20:21 Minuten – sie hat seitdem drei Minuten auf Dibens gutgemacht. Fällt heute erneut der Radrekord? Thürig fuhr vergangenes Jahr 4:48:22 Stunden. Nach 80 Meilen beträgt der Rückstand von Wellington auf Julie Dibens bereits 18:22 Minuten – auf die starke Läuferin Mirinda Carfrae hat sich einen Vorsprung von fast einer Minute. Nachdem die Britin allerdings bereits beim Lauf in die erste Wechselzone nicht besonders gut ausgesehen hat, scheint es, dass sie ernsthafte Probleme hat. Der Sturz zwei Wochen vor den Weltmeisterschaften scheint doch schwerer gewesen zu sein, als bisher zugegeben. Während die meisten Damen ruhig auf dem Rad sitzen, und nur die Beine auf die Pedale hämmern, arbeitet die Spanierin Virgina Berasategui mit dem gesamten Oberkörper und kämpft um jede Sekunde. Die Spanierin fährt gemeinsam mit Mirinda Carfrae. Beide liegen nach 90 Meilen 22:15 Minuten hinter Julie Dibens. Chrissie Wellington fährt etwa 1:30 Minuten vor den beiden.

Während die Männer sich bereits auf den Marathon gemacht haben, zieht Julie Dibens im Frauenrennen weiter ihren Kreis. Nach 160 Kilometern führt sie klar vor Caroline Steffen mit über 11 Minuten und Leanda Cave sowie Rachel Joyce. Wellington hält den Rückstand konstant bei knapp über 22 Minuten.

Dibens kommt als Führende in die Wechselzone. Kann Julie Dibens den Marathon durchlaufen? Ihr rechter Fuss ist getapt, und sie humpelt durch die Wechselzone. In das Wechselzonenzelt geht sie sogar. 4:44:14 Stunden – ein neuer Rad Streckenrekord von Julie Dibens. Kann Karin Thürig noch kontern? Dibens hat den Streckenrekord von Thürig aus dem Vorjahr um 04:08 Minuten unterboten. Der Konter von Thürig blieb aus. Die Schweizerin verpasst den Rekord um 6 Sekunden. Nach den ersten Kilometern auf dem Marathon scheint es Julie Dibens wieder besser zu gehen. Sie läuft rund und flüssig.

Mit 11 Minuten Rückstand geht auch Caroline Steffen auf die Laufstrecke.  Die Abstände in der zweiten Wechselzone sind gross.

Die schnellsten Damen nach 3,8 Kilometer Schwimmen und 180 Kilometer Rad fahren:

05:38:15 Dibens, Julie
05:49:35 Steffen, Caroline
05:54:38 Cave, Leanda
05:54:52 Joyce, Rachel
05:58:51 Thuerig, Karin
06:00:01 Wellington, Chrissie
06:00:06 Wurtele, Heather

Entkräftet aufgegeben nach dem Radfahren musste Yvonne Van Vlerken.

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Chrissie Wellington läuft dynamisch aus der zweiten Wechselzone. Sie liegt 10:26 Minuten hinter der zweitplatzierten des Vorjahres. Hinter Julie Dibens steht noch immer ein Fragezeichen – wie schwer ist ihre Verletzung wirklich?

Nach 5 Kilometern führt Dibens immer noch 09:25 Minuten vor Steffen und Leanda Cave. Chrissie Wellington hat sich schon auf Rang 5 vorgearbeitet. Sie hat bereits 3 Minuten auf Dibens und 2 Minuten auf Steffen aufgeholt. Ebenfalls drei Minuten hat Mirinda Carfrae aufgeholt. Sie ist allerdings immer noch über 21 Minuten hinter Dibens. Dibens allerdings beginnt nun, bei den Labestation zu gehen. Und auch zwischen den Laben muss Dibens gehen. Grosse Probleme nun bei der Führenden. Der Vorsprung schmilzt dahin. Nach wenigen 100 Metern Laufversuchen, erneut eine Gehpause. Der rechte Fuss schaut nicht mehr sehr gut aus.

Weiter hinten holt Mirinda Carfrae auf – sie liegt nur mehr drei Minuten hinter der Britin Chrissie Wellington.

Steffen hat Julie Dibens überholt und liegt nun in Führung. Ihr Laufstil ist noch dynamisch und frisch. Der Sieg führt im Moment über die Schweizerin. Bei DIbens scheint eine alte Verletzung an der Zehe wieder akut geworden zu sein. Vor 7 Jahre verletzte sie sich schwer und musste seither mehrfach operiert werden.

Bei den aktuellen Laufgeschwindigkeiten wird Caroline Steffen bei Kilometer 37 von Chrissie Wellington eingeholt – kurze Zeit später auch von Mirinda Carfrae. Nach 13 Kilometer liegt die Britin Wellington nur mehr 5 Minuten hinter der Spitze. Am Palani Hügel liegt Wellington schon auf Rang drei. Während Wellington den Hügel „hinaufdribbelte“, wählte Rachel Joyce eine langsamere Variante und ging den Anstieg hinauf. Zwischen Steffen und Wellington läuft noch Leanda Cave. Kurze Zeit später geht Wellington an Cave vorbei und schiebt sich auf Rang 2. So leicht gibt sich Cave aber nicht geschlagen. Während in den Vorjahren Wellington an ihren Konkurrentinnen vorbeiflog, hält Cave dagegen. Aber nach wenigen Metern setzt sich Wellington etwas ab.

Julie Dibens hat das Rennen mittlerweile mit grossen Krämpfen aufgeben müssen, während an der Spitze nach 14 Meilen Wellington einen Rückstand von nur mehr einer Minute auf Steffen hat. Eingangs zum Energy Lab geht Chrissie Wellington an Steffen vorbei und geht zum ersten Mal heuer in Führung. Bei Meile 21 hat auch Caroline Steffen Probleme – sie muss bei der Verpflegungsstelle kurz anhalten und geht weiter. Wenn sie nicht bald wieder weiterläuft, wird sie wohl auch noch von Mirinda Carfrae überholt werden, die im Moment Rang 3 belegt und auch schneller als Wellington läuft. Ihr Rückstand auf die Führende allerdings bereits 4 Minuten. So knapp war vor einem IRONMAN mit Chrissie Wellington noch kein Rennen.

Nach 22 Meilen hat Carfrae auch Steffen eingeholt – sie hat nun nur noch Chrissie Wellington vor sich. Der Abstand ist allerdings 3:45 Minuten. Aber Wellington scheint zu kämpfen – der Vorsprung schmilzt auf den letzten Kilometer. Beide Athleten sind auf Sieg “programmiert”. Carfrea wird nochmals versuchen, einen Turbo zu finden. Auf der letzten Maile hat Mirinda eine Minute gut gemacht. 3 Meilen noch zurückzulegen. Das wird noch einmal spannend.

Bei Kilometer 40 hat Chrissie Wellington erneut das Tempo erhöht, und den Abstand etewas vergrössert. Somit dürfte dem vierten Sieg für Wellington nichts mehr im Wege stehen.

Der Sieg geht an Chrissie Wellington vor Mirinda Carfrae.

Ergebnisse der TOP 10:

1.Wellington, Chrissie – GBR – 01:01:03 – 04:56:53 – 02:52:41 – 08:55:08
2.Carfrae, Mirinda – AUS – 00:57:17 – 05:04:16 – 02:52:09 – 08:57:57
3.Cave, Leanda – GBR – 00:53:54 – 04:58:41 – 03:06:36 – 09:03:29
4.Joyce, Rachel – GBR – 00:53:56 – 04:58:56 – 03:09:54 – 09:06:57
5.Steffen, Caroline – SUI – 00:57:15 – 04:50:26 – 03:15:17 – 09:07:32
6.Thuerig, Karin – SUI – 01:12:19 – 04:44:19 – 03:13:31 – 09:15:00
7.Tajsich, Sonja – GER – 01:06:57 – 04:58:55 – 03:04:46 – 09:15:17
8.Wurtele, Heather – CAN – 00:58:43 – 04:59:10 – 03:15:29 – 09:17:56
9.Snow, Caitlin – USA – 00:58:47- 05:20:57 -02:53:50 – 09:18:11
10.Berasategui, Virginia – ESP – 00:58:44 – 05:03:30 – 03:12:50 – 09:19:52

About the Author: Stefan Leitner

Stefan Leitner ist Herausgeber der Zeitschrift Trinews. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Als Inhaber der Sport und Event Agentur Leitner organisiert Stefan Leitner mit seinem Team die ALOHA SPORT Events. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.