Challenge Forte Village
Triathlon Szene Österreich

Rumoren im Österreichischen Triathlon Verband

Vorwurf von Überschuldung der TRI AUSTRIA Event-GmbH?

„Der Verband ist stark konkursgefährdet. Die Schulden der TRI AUSTRIA Event und Management GmbH belaufen sich auf etwa 150.000 – 250.000 Euro“ so eine offen formulierte Anschuldigunge von Mag. Andreas Sachs, dem Präsidenten des Burgenländischen Triathlonverbandes.

Starke Anschuldigungen die existenzbedrohend klingen – aber was ist dran?

Wer ist die TRI AUSTRIA Event und Management GmbH?

Der Verband gründete ein eigenständiges Unternehmen für die Durchführung von Veranstaltungen. Die „TRI AUSTRIA Event- und Management GmbH“ wurde im Jahr 2012 im Firmenbuch eingetragen und ist in Linz, am Standort des Österreichischen Triathlonverbandes beheimatet. Alleiniger Geschäftsführer ist der Generalsekretär des ÖTRV Herwig Grabner. Einziger Gesellschafter der GmbH ist der ÖTRV. Keine unübliche Konstellation, die in mehreren Verbänden gängig und üblich ist und sich auch bewährt hat. So setzen die Verbände auf eigenständige GmbH’s um den Verband vor möglichen finanziellen Schäden abzusichern.

Prüfung widerlegt sämtliche Anschuldigungen

In den letzten Wochen erhöhte Mag. Andreas Sachs den Druck auf die Geschäftsstelle und versuchte vorzeitig eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen. Gleichzeitig präsentierte Sachs eine eigene Wahlliste für ein neues ÖTRV Präsidium. Nachdem der Antrag statutenwidrig gestellt wurde, konnte der ÖTRV darauf nicht reagieren. Erst letzte Woche kam ein formell korrekter Antrag auf eine außerordentliche Generalversammlung, den das ÖTRV Präsidium bei seiner nächsten Sitzung am kommenden Freitag behandeln wird.

Doch bereits vor der Generalversammlung konnten die Anschuldigungen betreffend der finanziellen Gebarung widerlegt werden. Das vom ÖTRV Präsidium eingestetzte Kontrollgremium unter der Leitung des Kontrollkommissionsvorsitzenden prüfte am vergangnen Freitag die vorgelegten Unterlagen, die folgendes Bild der Finanzlage zeichnen. „Nach Konsolidierung der unterschiedlichen Rechnungskreise des ÖTRV und der TRI Austria Event- und Management GmbH und einer stichprobenartigen Prüfung der vom Geschäftsführer vorgelegten Belege durch den Kontrollkommissionsvorsitzenden des ÖTRV, wäre festzuhalten, dass weder der ÖTRV noch die TRI Austria Event- und Management GmbH zum Stichtag 31. 12. 2015 eine Verschuldung aufweist und somit der ordentliche Geschäftsbetrieb nicht als gefährdet angesehen werden kann. Eine detaillierte Darstellung der Erhebung, die am 15.4.2016 stattgefunden hat, wird im Prüfbericht des Kontrollkommissionsvorsitzenden vorgenommen und nach dessen Fertigstellung umgehend präsentiert.“ so die Zusammenfassung der vorgenommen Prüfung.

„Der Jahresabschluss kann nach Vorlage des Prüfberichtes durch den Kontrollkommissionsvorsitzenden von den Landesverbänden in der Geschäftsstelle in Linz jederzeit eingesehen werden,“ ergänzt ÖTRV Präsident Walter Zettinig.

Ruf als Triathlon Veranstalter-Nation gefährdet

Der Triathlon Weltcup 2016 in Kitzbühel, der durch sein innovatives Format die Topstars der Szene hätte anziehen sollen, wird nicht stattfinden. Zu sehr waren die involvierten Personen, insbesondere der Geschäftsführer in den letzten Wochen mit der Aufarbeitung der Anschuldigungen beschäftigt. Doch trotz der heiklen Phase konnte zumindest ein Großteil des Eventwochenendes in Kitzbühel gerettet werden. Die Nachwuchsbewerbe, der Age Group Bewerb und der Junioren Europacup werden ausgetragen.

Zudem wird der Junioren Europacup auf expliziten Wunsch des Weltverbandes im neu entwickelten Format, welches für den Weltcupbewerb vorgesehen war, durchgeführt „Glücklicherweise übernahm der Kitzbüheler Triathlonverein kurzfristig die Organisation der Bewerbe. Wir möchte die Möglichkeit nutzen, uns nochmals herzlich dafür zu bedanken!“ so Grabner. Damit ist dem ÖTRV durch die widerlegten Anschuldigungen von Mag. Andreas Sachs womöglich ein finanzieller Schaden entstanden. „Mit den WM Serien Rennen 2012, 2013 und der Triathlon Europameisterschaft 2014 haben wir Neuland betreten. Unsere Ziel war eine schwarze Null nach den drei Jahren. Das haben wir geschafft! Beginnend mit dem Weltcupbewerb 2016 und speziell mit der neuerlichen Zuerkennung der Europameisterschaft 2017 hätten wir mit den Erfahrungswerten der letzten Jahre positiv abschließen können. Ziel war es, Finanzmittel zu erwirtschaften die dem ÖTRV als alleinigem Gesellschafter zu Gute gekommen wären und für weitere Impulse sorgen hätte können.“ führt Grabner zum angestrebten Businessziel aus.

Die Absage beschädigt den Ruf als Triathlon Veranstalter-Nation schwer. Mit den Triathlon Europameisterschaften in Kitzbühel (der größten EM aller Zeiten), dem Triathlon Spektakel auf das Kitzbühel Horn sowie den heurigen Wintertriathlon Weltmeisterschaften hat sich Österreich ins Triathlon Rampenlicht gespielt und steht für eine professionelle Qualität und höchste Leidenschaft hinter den Bewerben. Alleine 24 internationale Bewerbe unter der Schirmherrschaft der ITU und ETU hat der ÖTRV seit seiner Neustrukturierung im Jahre 2005 gemeinsam mit Partnervereinen und Agenturen, oder über die eigene Eventagentur abgewickelt. Allesamt, ob Junioren Europacup oder Welt- und Europameisterschaften im Crosstriathlon, Wintertriathlon oder Duathlon, bis hin zu den Highlights in Kitzbühel, haben dabei maßgeblich zur Entwicklung als Veranstalter Nation beigetragen.

Ein Ruf, der auf die Verdienste des ÖTRV Präsidiums unter der Führung von Präsident Walter Zettinig und dessen Generalsekretär Herwig Grabner samt Büroteam und die vielen Partner, insbesondere auch die involvierten Landesverbände, zurückzuführen ist.

Wie geht es nun weiter?

In den nächsten Wochen wird eine außerordentliche Generalversammlung auf Antrag des Burgenländischen Triathlonverbandes durch das ÖTRV Präsidium einberufen. „Wir hoffen aber, dass nun schnell wieder Ruhe einkehrt und wir uns auf die anstehenden Saisonhighlights wie die Triathlon Europameisterschaften in Lissabon mit über 100 Österreichischen Teilnehmern, die Olympischen Spiele in Rio 2016 und die Triathlon Europameisterschaften in Walchsee über die Mitteldistanz konzentrieren können“ blickt Grabner bereits wieder in die Zukunft. Eine Zukunft die dann auch 2017 wieder tausende Athleten und die europäischen Topstars nach Kitzbühel zur nächsten Europameisterschaft locken soll.

Stellt der Burgenländische Triathlonverband bei der außerordentlichen Generalversammlung einen Neuwahlantrag, werden wir selbstverständlich den Wahlvorschlag des BTRV, der trinews.at vorliegt, veröffentlichen.

Kommentare

Schlagworte
Challenge Forte Village

Stefan Leitner

Stefan Leitner hat sich sein Leben lang dem Sport verschrieben - in aktiver wie in passiver Funktion. Als aktiver Age Group Triathlet konnte er sich mehrmals für den IRONMAN Hawaii qualifizieren und internationale Medaillen in seiner Altersklasse gewinnen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Sport und Event Agentur Leitner.

Ähnliche Artikel

Close
X
X
X