Perterer zeigt Hitzefestigkeit und taktische Klasse

Für das Highlight aus rot-weiß-roter Sicht sorgte Lisa Perterer. Die Kärntnerin erwischte auf den 3,8 Kilometern im Meereswasser von Kona einen soliden Start und hielt von Beginn an Anschluss an die Verfolgergruppen.

 

Auf der 180 Kilometer langen Radstrecke über den windanfälligen Queen Ka'ahumanu Highway spulte Perterer ein überaus couragiertes und taktisch kluges Rennen ab. An der 150-Kilometer-Marke positionierte sie sich Seite an Seite mit Spitzenathletinnen wie der Kanadierin Paula Findlay in den Top 10.

 

Auf dem abschließenden Marathon zahlte sich Perterers exzellentes Hitzemanagement aus: Während namhafte Konkurrentinnen dem extremen Klima und dem hohen Anfangstempo Tribut zollen mussten, teilte sich die Österreicherin ihre Kräfte perfekt ein. Rhythmisch und ohne Einbruch kämpfte sie sich auf den letzten Kilometern bis auf den 6. Gesamtrang nach vorne. Mit einer Gesamtzeit von 9:00:48 Stunden unterstrich sie eindrucksvoll ihre Zugehörigkeit zur globalen Langdistanz-Elite.

 

Der Rennverlauf: Ein Wechselbad der Gefühle auf Big Island

1. Schwimmen: Torpedo-Start von Charles-Barclay

Das Rennen begann mit einem Paukenschlag von Lucy Charles-Barclay. Die Britin setzte sich unmittelbar nach dem Startschuss mit einer gewaltigen Frequenz vom Feld ab. Nach der Hälfte der Schwimmdistanz lag sie bereits 45 Sekunden vor ihren ersten Verfolgerinnen Marta Sanchez und Taylor Knibb. Nach 51:29 Minuten stieg Charles-Barclay mit fast zwei Minuten Vorsprung vor einer Verfolgergruppe um Knibb und Julie Derron aus dem Wasser. Laura Philipp erwischte hingegen ein schwieriges Schwimmen und verließ das Wasser als 30. mit mehr als acht Minuten Rückstand.

 

2. Radfahren: Aero-Strategie und Führungswechsel

Auf den 180 Radkilometern zeigte Taylor Knibb ihre ganze Klasse. Auffällig: Die US-Zeitfahrmeisterin verzichtete angesichts der enormen Hitze auf einen geschlossenen Zeitfahrhelm und setzte stattdessen auf einen aerodynamischen Straßenhelm mit besserer Belüftung. Nach etwa 50 Kilometern schloss Knibb zu Charles-Barclay auf. Die beiden wechselten sich an der Spitze ab, während dahinter Athletinnen wie Solveig Løvseth, Hannah Berry, Paula Findlay und Lisa Perterer auf Tuchfühlung blieben. Philipp startete weiter hinten im Feld eine imposante Aufholjagd und arbeitete sich Platz um Platz nach vorne.

 

3. Der Marathon: Drama im Energy Lab und Kollaps vor dem Ziel

Nach dem zweiten Wechsel steuerte die Entscheidung auf ein dramatisches Finale zu:

 

  • Der Einbruch der Favoritin: Lucy Charles-Barclay, die das Rennen lange Zeit dominiert hatte, musste den extremen Bedingungen im berüchtigten Energy Lab Tribut zollen. Völlig entkräftet stieg die Britin an dritter Stelle liegend aus.
  • Løvseths Aufstieg und Tragödie: Vorjahressiegerin Solveig Løvseth übernahm die Führung und setzte sich Kilometer für Kilometer ab. Knibb schien geschlagen und musste sogar Gehpausen einlegen. Doch keine 1.000 Meter vor dem Ziel passierte das Unfassbare: Løvseth begann zu taumeln, verlor den Orientierungssinn und stürzte entkräftet zu Boden.
  • Knibbs Triumph & Philipps Aufholjagd: Taylor Knibb, die sich auf den letzten Kilometern irgendwie im Rennen hielt, zog an der am Boden liegenden Norwegerin vorbei und siegte in 8:36:29 Stunden. Dahinter stürmte Laura Philipp mit einem Fabel-Marathon noch auf Platz zwei (8:39:34 Stunden). Drittplatzierte wurde die Schweizerin Julie Derron (8:46:25 Stunden).

Løvseth erholte sich glücklicherweise noch soweit, dass sie das Rennen gehend unter dem frenetischen Jubel des Publikums auf Rang 8 beenden konnte.

Das Endergebnis der Frauen (Top 8)

RangAthletinNationSchwimmenRadLaufGesamtzeit
1.Taylor KnibbUSA53:14 min4:40:07 h2:57:42 h8:36:29 h
2.Laura PhilippGER1:00:03 h4:43:00 h2:51:10 h8:39:34 h
3.Julie DerronSUI53:15 min4:47:49 h2:59:12 h8:46:25 h
…      
6.Lisa PertererAUT54:58 min4:45:12 h3:15:20 h9:00:48 h